EU erwägt Verbot von Gesichtserkennung

17. Januar 2020 um 13:12
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In einem White Paper wird ein Verbot für mindestens drei bis fünf Jahre vor allem auf öffentlichen Plätzen gefordert.

Das temporäre Verbot für Gesichtserkennung im öffentlichen Raum wird im Entwurf eines Arbeitspapiers der Kommission zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorgeschlagen, wie verschiedene Nachrichtenagenturen berichten.
Das Verbot soll zunächst drei bis fünf Jahre andauern und für private wie öffentliche Akteure gelten. Währenddessen müssten eine "solide Methodologie für die Einschätzung der Auswirkungen der Technologie und mögliche Risikomanagementmassnahmen" entwickelt werden. Ausnahmen soll es laut 'Reuters' für Sicherheitsprojekte und Forschung und Entwicklung geben.
In dem White Paper (PDF) wird auch vorgeschlagen, sowohl den Entwicklern als auch den Nutzern Künstlicher Intelligenz Verpflichtungen aufzuerlegen. EU-Länder sollten Behörden zur Überwachung der neuen Vorschriften benennen.
In Deutschland plant Bundesinnenminister Horst Seehofer, 135 Bahnhöfe und 14 Flughäfen mit Echtzeit-Gesichtserkennung zu überwachen. Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen könnte diese Pläne nun durchkreuzen.
Ein Kommissionssprecher lehnte es laut dem 'Guardian'  ab, sich zu dem durchgesickerten Papier zu äussern. Er sagte, die Kommission wolle "die Vorteile der Künstlichen Intelligenz voll ausnutzen, um den wissenschaftlichen Durchbruch zu ermöglichen, die Führung der EU-Unternehmen zu erhalten". KI solle das Leben jedes EU-Bürgers verbessern, indem Diagnose und Gesundheitsfürsorge verbessert oder die Effizienz der Landwirtschaft gesteigert wird.
Die endgültige Version des Papiers soll im Februar im Rahmen einer umfassenderen Überarbeitung der Regulierung der Künstlichen Intelligenz veröffentlicht werden.

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