Bei den Bundesbahnen soll die "unübersichtliche" Prozesslandschaft durch S/4Hana abgelöst werden.
Unter dem Projekttitel "GPN - Grossprojekt Ausschreibungen" haben die SBB im Mai SAP-Dienstleistungen gesucht. Offeriert wurden Leistungen zwischen 228 und 276 Millionen Franken von fünf Anbietern. Diese, nämlich Accenture, IBM, Ernst & Young, PWC und Tata, erhielten nun im selektiven Verfahren die Zuschläge. Ihre Dienste werden nun in den kommenden fünf Jahren nach Bedarf abgerufen, mit Option auf Verlängerung des Rahmenvertrags. Wie eine PWC-Sprecherin gegenüber
inside-it.ch festhält, haben PWC und Tata die Zusicherung auf Erbringung von Leistungen, während die übrigen Anbieter nach allfälligem Bedarf zugezogen werden.
Das Grossprojekt umfasst neben einer breiten Palette an SAP-Leistungen auch Businesstransformationen in der komplexen Konzernstruktur der SBB. Dabei gehe es insbesondere um das Programm "Trans4mation", in dessen Rahmen bis 2025 grosse Teile der SBB-Kernprozesse vor allem auf Basis von S/4Hana und SAP Cloud Plattform optimiert und digitalisiert werden sollen. Es fallen aber laut SBB weitere Themen wie Business Information Modelling (BIM), Digitalisierung Personenverkehr Operating sowie Infrastruktur 2.0 in das umfassende Projekt.
Ausgangslage ist das im Jahr 2000 eingeführte SAP R/3, das nach 19 Jahren Weiterentwicklung zu einer "unzeitgemässen, teils unübersichtlichen und häufig fragmentierten Gesamtsystem- und Prozesslandschaft" geworden sei, wie die SBB festhält. Man prüft bei den Bundesbahnen auch einen möglichen Greenfield-Ansatz zur ERP-Erneuerung. Wegen der tiefen Durchdringung der SBB muss diese reibungslos zum Tagesgeschäft erfolgen, wird festgehalten.
Das Mengengerüst ist riesig: Betroffen sind laut Bundesbahnen rund 20'000 Mitarbeitende in über 100 Berufsgruppen. Dabei geht es um 450 IT-Systeme, 500 Geschäftsprozesse und rund 4500 Schnittstellen. Entsprechend hat die SBB ein Projekt-Team von rund 150 Personen vorgesehen. (ts)
Ergänzung 7. Januar 2020: Statement von PWC eingefügt.