In einem
aktuellen Tweet zeigt ein Nutzer, dass die Post im Benutzerkonto Trackingtools von Google und Bing einsetzt sowie Google Ads schaltet.
Die Post nutzt die gesammelten Daten, um den Userinnen und Usern passende Werbekampagnen anzuzeigen, sagt Sprecher Stefan Dauner auf Anfrage von inside-it.ch, und ergänzt: "Die Post hat keinen Zugriff oder Einblick auf diese Daten, sie stellt nur die Werbefläche zur Verfügung."
Post schon lange im Werbemarkt aktiv
Warum die Post überhaupt Nutzer trackt und personalisierte Werbung anzeigt, begründet das Unternehmen so: Man habe mit der Verteilung von physischer Werbung in die Briefkästen schon seit Jahrzehnten Erfahrung. Aber, "die Kundenbedürfnisse verändern sich. Dinge, die heute physisch möglich sind, sollen in Zukunft auch immer mehr digital möglich sein."
Weil der Briefmarkt rückläufig sei und der Preisdruck hoch, "muss die Post die Angebote entlang der Kundenbedürfnisse weiterentwickeln". Um dieses Ziel zu erreichen, baue die Post ihre Dienstleistungen auch im Werbemarkt aus, so Dauner.
Datenschutz mindestens auf Stufe Twitter
Dabei halte sich die Post strikt an die Bestimmungen des Datenschutzes. Es würden beispielsweise keine Kundendaten der Post benutzt und in den Datenschutzbestimmungen würden die Userinnen und User entsprechend über das Tracking sowie die Möglichkeiten, dieses zu verhindern, informiert.
Auf den eingangs erwähnten Tweet reagierte die Post indes unglücklich, weil sie sich punkto "Sicherheit und Datenschutz mindestens auf Stufe Twitter" wähnt.
Hat die Post eine Vorbildsfunktion?
Die flapsige Antwort bei einem ernsten Thema kam nicht gut an. "Die Antwort unserer Community-Manager auf Twitter ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Datenschutz hat bei der Post allerhöchste Priorität", sagt Stefan Dauner dazu.
Dass die Schweizer Post das Datenschutzrecht nicht verletzt, bestätigt auch Rechtsanwalt Martin Steiger. "Was die Post macht, ist nicht rechtswidrig", sagt er in einer
aktuellen Podcastfolge. Ein offener Punkt sei höchstens der Datenabfluss in die USA, der beim Einsatz von solchen Diensten nur schwer zu verhindern sei. Ebenso offen sei die Frage, ob ein Bundesbetrieb wie die Post keine besondere Verantwortung habe, so Steiger.