Diese Jobs können auch Roboter erledigen

14. April 2022, 06:44
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Können Roboter auch Floristen ersetzen? Foto: Jason Leung / Unsplash

Wissenschaftler der ETH und Universität Lausanne haben ermittelt, welche Berufe der nächsten Welle der Robotisierung am ehesten zum Opfer fallen werden.

Wie lange dauert es noch, bis dieser Text von einem Roboter geschrieben wird? Fahren schon bald mehrheitlich autonome Fahrzeuge auf unseren Strassen? Und wann serviert eine Maschine den Mittagslunch?
Ein Team um Dario Floreano von der ETH Lausanne (EPFL) und Rafael Lalive von der Universität Lausanne hat einen sogenannten Automatisierungs-Risiko-Index (ARI) für 967 Berufe erstellt. Damit lässt sich beurteilen, inwieweit Robotik und KI Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdrängen könnten. Von den Ergebnissen berichten sie am Mittwoch im Fachblatt 'Science Robotics'.
Ein ARI von 0 bedeutet demnach, dass Robotertechnologien nicht einmal eine einzige für die Arbeit erforderliche menschliche Fähigkeit ersetzen kann. Hingegen bedeutet ein ARI von 1, dass Maschinen den Menschen in allen für die Arbeit erforderlichen menschlichen Fähigkeiten übertreffen. Offen gelassen haben die Forschenden die Frage nach der Zeit, also ab wann Menschen tatsächlich von Robotertechnologie ersetzt werden können.

Mathematikerinnen und Physiker sind unersetzbar

Gemäss der Analyse zeigte sich, dass Schlachter und Fleischverarbeiter mit einem ARI von 0,78 auf dem letzten Platz landen und somit am stärksten gefährdet sind, ihren Job an eine Maschine zu verlieren. Ähnliche Werte ermittelten die Forschenden für Reinigungskräfte, Regalauffüller im Detailhandel oder Kuriere.
Physikerinnen und Physiker wurden mit einem ARI von 0,44 bewertet – und landeten damit auf dem 1. Rang, sodass ihr Beruf am wenigsten gut von Robotern und KI ausgeführt werden kann. Auch Neurologen, Mathematikerinnen, Richterinnen oder Staatsanwälte weisen gemäss den Analysen ein geringes Risiko auf, ersetzt zu werden.

Vom Elektrotechniker zum Software-Tester

Die Forschenden nutzten ebenfalls Arbeitsprofile, um einen "Resilienzindex" zu erstellen. Dieser soll als Orientierungshilfe dienen, um Arbeitnehmenden einen Wechsel in einen sicheren Job mit möglichst geringeren Umschulungsaufwand zu erlauben. Zumal berufliche Veränderungen, die den Risiko-Index erhöhen würden, offensichtlich nicht sinnvoll sind. Ebenso wenig wie ein Wechsel, der einen hohen Umschulungsaufwand erfordert.
Als Beispiel nennen die Forschenden in der Studie einen Elektrotechniker, der ungefähr im Mittelfeld der Rangliste zum Automatisierungsrisiko landet. Für ihn ergibt sich gemäss den Forschenden der niedrigste Aufwand für einen Arbeitsplatzwechsel in einen sichereren Beruf bei einer Umschulung zum Software-Qualitätsingenieur oder Software-Tester.
Den Wissenschaftlern zufolge könnten die Ergebnisse Regierungen helfen, das Arbeitslosigkeitsrisiko zu bewerten und wirksame Massnahmen zu ergreifen, um sozioökonomische Auswirkungen der nächsten industriellen Revolution abzumildern. Auch erlaubten die Studienergebnisse, dass Unternehmen und Experten auf dem Gebiet der Robotik und KI die Auswirkungen ihrer eigenen Arbeit antizipieren können.

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