Edge klaut Informationen von anderen Browsern

30. Januar 2024 um 14:48
image
Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Nach einem Update startet der Browser von Microsoft automatisch und übernimmt Informationen von der Konkurrenz – sehr zum Ärger der Nutzenden.

Ein Journalist von 'The Verge' staunte nicht schlecht, als sich nach einem Windows-Update plötzlich der Microsoft Edge-Browser auf seinem Gerät öffnete und diejenigen Tabs angezeigt wurden, an denen er zuvor in Google Chrome gearbeitet hatte. "Ich konnte meinen Augen nicht trauen", schreibt er in einem Erfahrungsbericht zum ungewollten Datenimport.
Er habe Chrome stets als Standardbrowser verwendet und weder seine Daten in Edge importiert, noch bestätigt, dass er seine Tabs importieren möchte, beteuert der Autor. Auch die Zugriffsberechtigung auf die aktuellen Browser­daten sei bei ihm deaktiviert gewesen, behauptet er weiter. Um das zu beweisen, hat er das Windows-Update auch noch auf einem zweiten Gerät installiert. Das Resultat war das Gleiche: Erneut wurde der Edge-Browser mit allen Chrome-Tabs geöffnet.
Einer Reihe von anderen Personen ist zuvor ähnliches widerfahren. Auf X häuften sich unter einem Beitrag des Journalisten zahlreiche Stimmen, die das gleiche Problem hatten:
Der Autor spekuliert: "Das Ganze scheint mit einer weitgehend unbekannten Importfunktion in Microsoft Edge zusammenzuhängen, von der ich bestätigt hatte, dass sie auf meinen Systemen deaktiviert war." Ein Sicherheitsforscher wies in einem Kommentar auf X allerdings darauf hin, dass er bei der Einrichtung des Betriebssystems eine neue Eingabeaufforderung gefunden hat.
"Mit Ihrer Bestätigung wird Microsoft Edge regelmässig Daten von anderen Browsern, die auf Ihrem Windows-Gerät verfügbar sind, einbeziehen. Diese Daten umfassen Ihre Favoriten, den Verlauf, Cookies, Autofill-Daten, Erweiterungen, Einstellungen und andere Browserdaten", heisst es dort ganz offiziell.
Für den Autor ist klar, dass Microsoft eine Funktion zum automatischen Import von Chrome-, Firefox- oder anderen Browserdaten eingeführt hat. In der Vergangenheit hat der Konzern bereits verschiedenste Taktiken angewandt, um die Nutzer von seinem eigenen Webbrowser zu überzeugen. Einen Kommentar zu den Vorfällen gab der Softwareriese vor der Veröffentlichung des Artikels allerdings nicht ab.

Loading

Mehr zum Thema

image

3 Millionen für externe Security-Spezialisten im Kanton Zug

Die Innerschweizer brauchen Unterstützung im Aufbau und Betrieb eines Security Operation Centers.

publiziert am 23.2.2024
image

Die Schlinge um Lockbit zieht sich zu

Eine internationale Polizeiaktion hat die Ransomware-Bande empfindlich getroffen. Dennoch lässt sich ein Comeback der Cyberkriminellen nicht ganz ausschliessen.

publiziert am 22.2.2024
image

Haufenweise Kundendaten von Schweizer Personalvermittler gestohlen

Die Firma Das Team ist eines der jüngsten Opfer der Ransomware-Bande Black Basta. Sie publizierte eine Vielzahl heikler Daten im Darkweb.

publiziert am 22.2.2024 14
image

"Verständnis für Einfluss des Cyberraums auf Gesellschaft fehlt"

Die Swiss Cyber Security Days verzeichneten über 2200 Besucherinnen und Besucher. Einig war man sich, dass Cybersicherheit eine gemeinschaftliche Aufgabe ist.

publiziert am 22.2.2024