EU will von OpenAI und Anthropic Klarheit über KI-Risiken

12. Oktober 2026 um 09:22
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Foto: Guillaume Périgois / Unsplash

Nach den Cyberangriffen durch KI-Systeme erhöht Brüssel den Druck auf OpenAI und Anthropic. Die EU-Kommission fordert Antworten zu den Risiken von KI-Modellen.

Nach mehreren Cyberangriffen durch ausser Kontrolle geratene KI-Systeme hat die Europäische Kommission Auskünfte von ChatGPT-Entwickler OpenAI und Claude-Entwickler Anthropic verlangt.
Das sagte die EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks 'European Newsroom'. Auch mehrere chinesische Firmen wurden demnach verbindlich aufgefordert, weitere Informationen zu teilen.
Zuvor hatte die EU-Kommission zwar bestätigt, Auskunftsersuchen an mehr als 30 KI-Firmen gesendet zu haben, aber keine konkreten Unternehmen genannt. Neben Bedenken wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen geht es dabei auch um Sicherheitsrisiken. Eigenständige Hacking-Attacken durch KI-Modelle hatten die Sorgen um Gefahren Künstlicher Intelligenz zuletzt hochkochen lassen.

EU-Digitalchefin warnt vor Terroristen mit KI-Modellen

Sowohl OpenAI als auch Anthropic hatten einräumen müssen, dass ihre Software in Testläufen ungeplant andere Unternehmen angegriffen hatte. Einige Branchenvertreter selbst warnten, man könne nicht ganz ausschliessen, dass KI in der Zukunft die Menschheit auslösche.
EU-Digitalchefin Virkkunen sagte nun, solche Aussagen könnten Teil des Marketings sein. "Aber wenn ein Unternehmen sagt, dass sein System sehr gefährlich ist, sollte es dieses meiner Meinung nach natürlich nicht auf den Markt bringen."
Der weltweite Wettbewerb sei hart, und einige Unternehmen stünden unter Druck. Es bestehe eindeutig die Gefahr, dass diese Unternehmen Produkte auf den Markt brächten, die sie nicht ausreichend getestet hätten, sagte die finnische Politikerin. "Derzeit konzentrieren sich die Risiken hauptsächlich auf den Bereich der Cybersicherheit", sagte Virkkunen.
Sie warnte jedoch vor schwerwiegenderen Risiken in der Zukunft, etwa die Möglichkeit, dass hochleistungsfähige KI-Modelle zur Entwicklung biologischer Waffen eingesetzt werden oder in die Hände von Terroristen gelangen könnten.

Brüsseler Behörde kontrolliert grosse Modelle

Das KI-Amt der EU-Kommission in Brüssel prüft seit August, ob grosse Modelle ausreichend kontrolliert werden und keine Cyberangriffe auf eigene Faust ausführen. Die Tech-Konzerne müssen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und etwaige Zwischenfälle sofort der EU melden.
Bei Verstössen gegen das KI-Gesetz drohen empfindliche Strafen. Wenn etwa Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft sind, können bis zu 15 Millionen Euro oder 3% des weltweiten Jahresumsatzes fällig werden – abhängig davon, welcher Betrag höher ist.


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