Ermittler unter anderem aus Deutschland und der Schweiz haben unter der Leitung von Europol ein weltweites Netz betrügerischer Plattformen im Darknet zerschlagen. Sie seien dem Betreiber der Darknet-Plattformen durch die Verfolgung von Zahlungsströmen auf die Schliche gekommen, teilt Europol mit.
Die Ermittlungen gegen die Darknet-Plattform "Alice with Violence CP" waren Mitte 2021 aufgenommen worden. Im Laufe der "Operation Alice" stellten die Behörden fest, dass der Plattformbetreiber weitere mehr als 373'000 betrügerische Websites unterhielt, auf denen für Material über sexuellen Kindesmissbrauch und Cybercrime-as-a-Service-Dienstleistungen geworben wurde. Die Ermittlungen richteten sich Europol zufolge gegen den Betreiber, aber auch gegen circa 600 Nutzer weltweit, von denen bereits 440 identifiziert wurden. Sie haben zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf den Darknet-Plattformen Zahlungen getätigt. Nach Eingang der Bitcoins sei die "Ware" allerdings nicht geliefert worden.
Europol hat zusammen mit unter anderem dem bayerischen Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) einen 35-jährigen Mann mit Wohnsitz in der Volksrepublik China als Betreiber der Plattform identifiziert. Die Behörden gehen davon aus, dass der Mann einen Gewinn von über 345'000 Euro mit rund 10'000 Kunden weltweit erzielt hat. Dafür habe er in Spitzenzeiten ein Netzwerk von bis zu 287 Servern betrieben, von denen sich 105 in Deutschland befanden. Die deutschen Behörden haben Europol zufolge einen internationalen Haftbefehl erlassen.
In der Schweiz waren laut Europol das Bundesamt für Polizei (Fedpol), die Luzerner Polizei sowie die Kantonspolizeien von St. Gallen, Thurgau und Zürich an den Ermittlungen beteiligt.