IBM lanciert neue Mainframes

5. April 2022, 10:50
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Der neue z16 in einen Rechenzentrum. Foto: IBM

Big Blue setzt bei seinen Hochleistungscomputern auf KI für die Echtzeitüberwachung von Transaktionsverarbeitungen und Quantensicherheit.

IBM hat die nächste Generation seiner Mainframes mit dem Namen z16 vorgestellt. Nach den "Datenschutz-Mainframes" in 2019 setzt der Konzern diesmal auf KI und Quantensicherheit. Laut Herstellerangaben verfügt das neue System über einen integrierten On-Chip-KI-Beschleuniger für latenzoptimierte Inferenz. Damit soll insbesondere die Analyse von Transaktionen in Echtzeit ermöglicht werden. Der z16 soll dabei bis zu 300 Milliarden Inferenzanfragen pro Tag mit einer Millisekunde Latenzzeit verarbeiten können. Gemäss IBM soll dies dazu führen, dass der Zeit- und Arbeitsaufwand für den Umgang mit betrügerischen Kreditkartenzahlungen reduziert wird.
"Mit den Innovationen von IBM z16 können unsere Kunden die Ent­scheidungs­geschwindigkeit mit KI-Inferenz genau dort erhöhen, wo ihre geschäftskritischen Daten gespeichert sind“, wird Ric Lewis, Senior Vice President bei IBM Systems, in einer Mitteilung zitiert. Weitere mögliche Anwendungsfälle sieht das Unternehmen bei der Kreditgenehmigung, beim Clearing und der Abwicklung von Zahlungen sowie beim Erstellen von Risikomodellen für Diebstahl und Betrug im Einzelhandel.

Quantensichere Verschlüsselung

Das neue Mainframe-System basiert gemäss Big Blue auf einer gitterbasierten Kryptografie, einem Ansatz für die Konstruktion von Sicherheitsprimitiven zum Schutz von Daten und Systemen. Insbesondere durch die quantensichere Verschlüsselung soll der z16 den Schutz von Anwendungen und Daten von Unternehmen sicherstellen können.
Durch den Einsatz eines Secure Boots soll die Cyber-Resilienz zudem weiter gestärkt werden. Dieses System soll verhindern, dass böswillige Akteure Malware in den Boot-Prozess einschleusen, um den Computer beim Start zu übernehmen. Ausserdem bietet IBM mit dem Hardwaresicherheitsmodul Crypto Express 8S sowohl eine klassische als auch eine quantensichere kryptografische Technologie an.

Laufende Verbesserungen

Nach eigenen Angaben hat IBM in den letzten drei Jahren erhebliche Investitionen getätigt, um auch Open-Source-Technologie auf der IBM zSystems-Plattform zu unterstützen und eine einheitliche Entwickler­erfahrung in der Hybrid Cloud zu schaffen. Darunter das Cloud Modernization Center mit verschiedenen Tools, Schulungen und spezifischem Fachwissen, das neue Preismodell Tailored Fitting Pricing oder einen optimierten Support.
Für die Entwicklung von z16 ist gemäss IBM ein kollaborativer Ansatz gewählt worden, bei dem Hunderte Mitarbeitende von mehr als 70 Kunden mit­ein­be­zogen worden sind. Dieses Verfahren werde auch bereits für die Entwicklung der nächsten Generation eingesetzt, so Big Blue. Die neuen Mainframes werden ab dem 31. Mai 2022 erhältlich sein.

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