Die britische Regierung hat zu einem zweitägigen internationalen Gipfel geladen, bei dem über die Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) gesprochen werden soll. Erwartet werden dazu Regierungsvertreterinnen und -Vertreter aus verschiedenen Ländern sowie zahlreiche Führungspersonen aus der Tech-Branche.
Neben Gastgeber und Premierminister Rishi Sunak wird Bundesrat Albert Rösti am Treffen teilnehmen. Auch US-Vizepräsidentin Kamala Harris und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen haben einen Besuch angekündigt. Nicht anwesend sein wird hingegen der französische Präsident Emmanuel Macron.
Weiter wird erwartet, dass sich Tesla-Chef Elon Musk nach London begibt. Mit ihm stehen die Verantwortlichen von zahlreichen KI-Unternehmen wie Deep Mind, OpenAI oder Anthropic auf der Gästeliste. Die Regierung im Vereinigten Königreich will mit der Veranstaltung eine Vorreiterrolle im Bereich der KI-Technologie einnehmen und zum "geografischen Zentrum der globalen KI-Sicherheitsvorschriften" werden.
Risiken ernst nehmen
Gegenüber
'The Independent' sagte Michelle Donelan, die Staatssekretärin für Wissenschaft, Innovation und Technologie: "Die Risiken, die von der KI ausgehen, sind ernsthaft und substantiell, und es ist entscheidend, dass wir sowohl sektor- als auch länderübergreifend zusammenarbeiten, um diese zu erkennen." Beim Gipfeltreffen soll deshalb diskutiert werden, wie die Gefahren abgemildert werden können. Nur so werde man in der Lage sein, die Vorteile der Technologie auf verantwortungsvolle Art und Weise zu nutzen.
Am ersten Tag des Treffens finden Round Tables über die Sicherheit von KI statt. Neben den Tech-Konzernen werden auch Gruppen der Zivilgesellschaft und Experten des Alan Turing Institutes und des Ada Lovelace Institutes anwesend sein. Der zweite Tag des Gipfels wird sich mit der verantwortungsvollen Nutzung der KI-Technologie befassen.
Hype oder Gefahr?
Zu Beginn der Konferenz hat die britische Regierung 38 Millionen Pfund für die Finanzierung von Projekten im Bereich der Künstlichen Intelligenz gesprochen. Die Zusage ist Teil einer grösseren Zusammenarbeit zwischen Grossbritannien, Kanada und der Bill and Melinda Gates Foundation, um "sichere und verantwortungsvolle" Programme zu fördern.
Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass die Forderungen nach Regulierungen auf harten Widerstand stossen könnten. Der ehemalige stellvertretende britische Premierminister und heutige Meta-Manager, Nick Clegg, verglich die Aufregung um KI mit der "moralischen Panik" über Videospiele in den 80er-Jahren.
Gemäss
'The Guardian' sagte der Präsident für globale Angelegenheiten bei Meta, dass die KI-Technologie derzeit in einem "grossen Hype-Zyklus" gefangen sei und warnte davor, dass neue Technologien stets eine Mischung aus übermässigem Eifer und übermässigem Pessimismus mit sich bringen.