Interpol warnt vor "Metakriminalität"

19. Januar 2024 um 13:32
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Virtuelle Welten bieten neue Möglichkeiten – auch für Kriminelle. Strafverfolger müssen sich laut Interpol rüsten und die damit verbundenen Technologien verstehen.

Die zunehmende Verbreitung digitaler Welten stellt Fahnder nach Einschätzung der internationalen Polizeiorganisation Interpol vor grosse Herausforderungen. Virtuelle Welten könnten sich über die Zuständigkeit der Justizbehörden mehrerer Länder erstrecken, während die dazugehörigen Systeme und Geräte komplex und uneinheitlich seien, erklärte Interpol in einer Studie.
Die Polizei könne mit virtuellen Tatorten konfrontiert werden, an denen es keine physischen Beweise zu sammeln gebe, sondern nur digitale Interaktionen mit virtuellen Vermögenswerten wie etwa Kryptowährungen. Solche Umgebungen seien dynamisch, was bedeutet, dass Beweise leicht verschwinden oder verändert erscheinen könnten, so Interpol. Auch sei der rechtliche Rahmen für Handlungen in virtuellen Umgebungen nicht immer klar. Diese Unsicherheit erstrecke sich auch auf Fragen der Gerichtsbarkeit.
Nichtsdestotrotz würden digitale Welten auch neue Möglichkeiten für die Strafverfolgung bieten, die von Simulationen und virtueller Tatortsicherung bis hin zu virtuellem Training reichten.

Verständnis der virtuellen Welten nötig

Man sehe bereits erste Straftaten im Metaverse, insbesondere im Zusammenhang mit Finanzkriminalität, wie zum Beispiel Geldwäscherei oder Steuerbetrug, heisst es im Interpol-Bericht. Identitätsdiebstahl, Privatsphäre-Verletzungen, Stalking und Cyber-Bullying sind weitere mögliche Probleme.
Steige die Popularität der virtuellen Welten, könnte dies zu einem wachsendem Problem werden. Interpol betont deshalb die Notwendigkeit, dass Fahnderinnen und Fahnder und das Justizsystem die virtuelle Welt und die damit verbundene Technologie verstehen müssten. Dies sei erforderlich, um die Sicherheit der virtuellen Umgebung zu gewährleisten und die Rechte des Einzelnen dort zu schützen. Auch der Schutz personenbezogener Daten und eine ethische Nutzung von Daten im Metaverse müsse gewährleistet sein, insbesondere wenn sich virtuelle Umgebungen mit realen persönlichen Daten überschneiden.
"Das Aufkommen leistungsfähiger Technologien wie des Metaverse macht die kriminelle Landschaft zunehmend komplexer und länderübergreifend und stellt die Strafverfolgungsbehörden vor neue Herausforderungen", sagte der Generalsekretär Jürgen Stock. "Wir sehen, dass das Metaverse und Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten für kriminelle Aktivitäten bieten, auf die die Welt nicht vollständig vorbereitet ist." Wichtig bleibe die internationale Zusammenarbeit, um eine wirksame Antwort auf diese sich entwickelnde Kriminalitätslandschaft zu finden.
(Mit Material von Keystone-sda)

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