Jedes dritte Schweizer Unternehmen erwägt das Outsourcing von IT-Dienstleistungen. Laut der "IT Sourcing Study Switzerland" von Whitelane Research planen 30% der befragten Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren einen grösseren Anteil ihres IT-Budgets an externe Anbieter zu vergeben. Weitere 32% erwarten keine Veränderung.
Der Haupttreiber von Outsourcing-Vorhaben sind nicht in erster Linie die Kosten. 61% der Unternehmen, die ihre Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern ausbauen wollen, nennen die flexible Skalierung von IT-Ressourcen als wichtigsten Grund. 57% wollen entweder Zugang zu neuen Technologien erhalten oder Kosten senken. Immer noch jedes zweite Unternehmen (50%) sieht im IT-Outsourcing die Möglichkeit, sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.
Der Erhalt von kritischer Fachkompetenz ist der Hauptgrund, warum Unternehmen planen, den Einsatz externer IT-Dienstleister zu reduzieren. Dies gaben 55% der Befragten in der Studie an. Fast die Hälfte (45%) ist der Ansicht, dass Fortschritte im Bereich der KI den Bedarf an der Auslagerung von IT-Aktivitäten verringern. 42% sehen Sparpotenziale in der internen Leistungserbringung.
US- und indische Anbieter führend
Das Offshoring-Modell besitzt laut der Umfrage das grösste Wachstumspotenzial: 50% der Unternehmen planen, deren Einsatz auszuweiten, während nur 8% mit einem Rückgang rechnen. Die Nearshoring-Aktivitäten will jedes dritte Unternehmen (36%) ausbauen, während fast die Hälfte der Unternehmen (47%) die Onshore-Bereitstellung reduzieren will. Den Studienautorinnen und -autoren zufolge sind dies deutliche Anzeichen für eine Verlagerung hin zu global breiter verteilten Sourcing-Modellen.
Die 170 befragten Führungskräfte aus Schweizer Unternehmen bewerteten 412 einzelne IT-Sourcing-Beziehungen, wobei 77% als zufrieden oder sehr zufrieden eingestuft wurden. Dies sei einer der höchsten Werte, die 2026 in Europa verzeichnet wurden, so Whitelane Research. Dabei würden die Top-10-Anbieter im Zufriedenheitsranking nur 3% auseinanderliegen. Der US-Anbieter Epam und die beiden indischen Dienstleister TCS sowie Wipro stehen mit 83% gemeinsam an der Spitze.