KI-Anwalt soll seinen ersten Gerichts­fall bestreiten

18. Januar 2023, 08:15
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Foto: Saúl Bucio / Unsplash

In den USA soll "Donotpay" Strafzettel vor Gericht anfechten. In ganz seltenen Fällen ist die KI vor dem Richter zugelassen.

Im Februar soll an einem US-Gericht erstmal ein KI-Anwalt eingesetzt werden. Die Software Donotpay werde dann ein Bussgeld anfechten, berichtet 'CBS News'. Die Künstliche Intelligenz soll per Smartphone im Gericht mithören und dem Angeklagten in Echtzeit Argumente und Antworten liefern, die er zu seiner Verteidigung vorbringen kann.
Donotpay soll bereits tausende erfolgreiche Einspruchsschreiben verfasst haben: 4 Millionen Dollar an Parkstrafen hätten bereits zurückgezahlt werden müssen, schreibt 'Futurezone'. Insgesamt habe die KI mehr als 2 Millionen Streitigkeiten und Gerichtsverfahren gewonnen, so der Erfinder Joshua Browder. Dazu gehören Rückerstattungen für fehlende Dienstleistungen, die Senkung von Rechnungen und eben: Die Anfechtung von Strafzetteln.
Im ersten Jahr ihrer Erfindung war die KI demnach in 160'000 von 250'000 Fällen erfolgreich. Seither ist sie nach eigenen Angaben noch erheblich erweitert worden. Donotpay hat zuletzt 27,7 Millionen Dollar von Techinvestoren gesammelt. Die Firma wirbt damit, dass sie Konsumentinnen und Konsumenten erlaube, gegen grosse Firmen vorzugehen.
Allerdings ist der Einsatz der KI in den meisten Gerichtssälen verboten. Von 300 möglichen Fällen war Donotpay nur gerade in 2 zugelassen. "Viele Menschen können sich keine Rechtshilfe leisten. Wenn diese Fälle erfolgreich sind, werden mehr Gerichte ermutigt, ihre Regeln zu ändern", sagte Joshua Browder zu 'CBS News'. Der Stanford-Student hatte die Software entwickelt, nachdem er in London 30 Strafzettel erhalten hatte.

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