Inventx hat den operativen Betrieb der cloudbasierten Infrastruktur des Versicherers KPT, den Betrieb des Syrius-Kernsystems sowie aller Umsysteme aufgenommen. Dies teilt der IT-Dienstleister mit.
Im Rahmen des Migrationsprozesses sei die ix.OpenFinancePlatform (OFP) von Inventx für Krankenversicherer adaptiert worden. Die Plattform beruht gemäss der Mitteilung auf der ix.Cloud und ermögliche es, Applikationen und Funktionen as-a-Service zu beziehen.
Dabei setze man auf ein hybrides Modell, das die Inventx-eigene ix.Cloud mit den Public-Cloud-Services von Microsoft Azure kombiniere. Syrius ist noch nicht Cloud-fähig. Aber es sei alles vorbereitet, so dass der Schritt in die Cloud Container-basiert mit wenig Aufwand möglich wäre, erklärt Daniel Wenger, Leiter Insurance Services & Solutions bei Inventx.
In einem Gespräch mit inside-it.ch zeigt sich Wenger sehr zufrieden mit dem Projekt. Sämtliche Daten vom alten Kernsystem Inter K sowie 60 Umsysteme seien erfolgreich migriert worden. Wobei sämtliche Umsysteme in der Cloud laufen. Die Plattform sei stabil und man habe kaum Incidents zu verzeichnen.
Open-Insurance-Ansatz
Beim Versicherer erhofft man sich nach der Ablösung der Legacy-Systeme kürzere Entwicklungszeiten sowie Kosteneinsparungen. Mit der Migration auf die Inventx-Plattform habe KPT das Lieferantennetz konsolidiert. Ausserdem ermögliche der Open-Insurance-Ansatz die Nutzung von standardisierten Schnittstellen, wodurch neue Produkte und Services schneller auf den Markt gebracht werden könnten, schreibt der IT-Dienstleister. An den "offenen Plattformen und der Cloud führt auch in unserer Branche kein Weg vorbei", kommentiert KPT-CEO Thomas Harnischberg.
Dies betonte auch Wenger im Gespräch. Mit der OFP könnten die Kunden vom Insure-Tech-Umfeld profitieren. Kunden könnten wählen, was sie wollen, und neue Services via APIs mit wenig Aufwand einführen. Dadurch reduziere sich auch die Gefahr eines Vendor Lock-ins.
Banken-Know-how für Versicherungskunden
Mit dem Versicherungsmarkt will sich Inventx neben dem Banking-Bereich ein zweites Standbein aufbauen. Der Krankenversicherer KPT ist der erste grosse Syrius-Kunde für Inventx. Dabei profitiere Inventx vom Know-how, das man sich im Banken-Bereich aufgebaut habe.
Mittlerweile umfasse sein Bereich rund 20 Mitarbeitende, erklärt Wenger. Dazu kommen natürlich die erfahrenen Mitarbeitenden im Bereich "Technology Services", welche die erprobte Infrastruktur für die Banken- sowie die Insurance-Lösungen bereitstellen. Der Versicherungsbereich könne vom Know-how profitieren, das sich Inventx mit den Banking-Kunden aufgebaut habe. Gewisse Komponenten seien zudem sozusagen Branchen-neutral, führt Wenger aus. Als Beispiel nennt er Fraud Detection, wofür Technologien wie KI sowohl im Banking- als auch im Versicherungsbereich eingesetzt werden.