Microsoft Teams wird bevorzugter Angriffsvektor

19. Oktober 2026 um 12:10
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Foto: Ontinue

Vermeintlich vertrauenswürdige Plattformen wie Microsoft Teams werden je länger, je mehr von Cyberkriminellen für Angriffe auf Unternehmensinfrastrukturen missbraucht.

Fast jedes dritte Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr mindestens einen Versuch von Hackern, sich auf Microsoft Teams als IT-Support auszugeben. Das ist eine Erkenntnis des Threat Intelligence Report vom Sicherheitsanbieter Ontinue.
Wie es in dem Report heisst, würden Cyberkriminelle mittlerweile weniger in ausgefeilte Malware investieren. Sie skalierten eher damit, indem sie das Vertrauen ihrer Opfer in etablierte Plattformen und Prozesse ausnutzten. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2026 hätten die Sicherheitsforschenden wiederholt beobachtet, wie Angreifer legitime Identitäten, Microsoft-Dienste, Collaboration-Plattformen, Software-Lieferketten und alltägliche Geschäftsprozesse missbrauchten, um sich Zugang zu internen Systemen ihrer Opfer zu verschaffen.
Microsoft Teams habe sich dem Report zufolge im Zusammenhang mit Social Engineering zu einem wiederkehrenden Initial-Access-Vektor für Angreifer entwickelt. Die Kriminellen würden sich oft als internes IT-Support-Personal ausgeben. Ontinue habe festgestellt, dass rund 30% der von ihnen überwachten Unternehmen weltweit mindestens einen solchen Täuschungsversuch im ersten Halbjahr erlebten. Die Angreifer nutzten vertrauenswürdige Collaboration-Tools wie Slack oder Teams zunehmend, um Mitarbeitende zur Freigabe von Remote-Zugriff oder zur Ausführung schädlicher Aktionen zu bewegen. Dafür müssten sie nicht einmal technische Schwachstellen ausnutzen, was technische Gegenmassnahmen erschwere.
Der Report findet Ontinue zufolge auch, dass Unternehmen vermehrt Gegenmassnahmen ergreifen: So verbreiten sich je länger, je mehr auch Passkeys, bei denen sich Userinnen und User nicht nur mit Zugangsdaten anmelden, sondern ihre Identität mit biometrischen Merkmalen wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan verifiziert wird. Daneben würden Phishing-resistente Authentifizierungen wie Hardware-Sicherheitsschlüssel, Smartcards oder gerätegebundene Anmeldung vermehrt genutzt, um den Cyberkriminellen ihre Arbeit zu erschweren.

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