Produkte für Enterprise Networking, Switching und WLAN waren in den vergangenen Quartalen stark gefragt und entsprechend teuer. Firmen arbeiteten ihre Digitalisierungsprojekte aus der Pandemie ab und brauchten entsprechend viele Geräte. Neben grösseren Stückzahlen gab es dabei auch einen Trend zu leistungsfähigeren und teureren Produkten. Damit ist gemäss dem Branchenanalysten Context aber bald Schluss.
Laut einer Studie des Unternehmens bedroht die derzeitige Wirtschaftslage auch die Branche für Netzwerkprodukte. Die beiden Bereiche "Enterprise Networking" und "Network Switching" entwickelten sich in den zurückliegenden Quartalen zwar noch gut: Beide hatten ein starkes 3. Quartal 2022 und ein sehr gutes 1. Quartal 2023. Beide waren jedoch im 4. Quartal 2022 etwas schwächer. Bei Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahresquartal konnten beide Bereiche über 20% zulegen.
Die hohen Zuwächse waren allerdings auch auf höhere Produktions- und Logistikkosten, gestiegene Preise und das Interesse an leistungsfähigeren Geräten zurückzuführen, schreibt Context in einer Mitteilung. "Ausserdem haben viele Unternehmen das Upgrade ihrer Core-Infrastruktur in der Pandemie hinausgezögert und gehen es nun endlich an", heisst es weiter. Zusätzlich hätten auch kürzere Lieferzeiten zu einem positiven Einfluss auf die Marktentwicklung geführt.
Sind die goldenen Zeiten vorbei?
Im 2. Quartal 2023 fiel insbesondere das Wachstum im Segment "Networking Wireless" mit 8,5% deutlich schwächer aus. Die Analystinnen und Analysten rechnen dabei auch nicht mit einer raschen Erholung. In einem optimistischen Szenario prognostizieren die Marktexperten für die kommenden vier Quartale ein Ergebnis, das mit 1,8 bis 2,2% nur knapp über dem Vorjahresquartal liegt.
Deutlich besser schnitten im 2. Quartal 2023 die Marktsegmente "Enterprise Networking" und "Network Switching" ab: Sie lagen um 26,3 respektive 38,8% über dem Vorjahresquartal. Allerdings erwartet Context auch hier eine deutliche, jedoch etwas verzögert eintretende Abkühlung des Marktes.
"Bereits geplante oder begonnene Projekte zur Netzwerk-Modernisierung werden noch durchgezogen, wir sehen aber ganz deutlich die Gefahr, dass der weitere Ausbau aufgrund des schlechter werdenden makroökonomischen Umfelds aufgeschoben oder sogar gestoppt wird", sagte Amanuel Dag, Country Director für die DACH Region beim Branchenanalysten.
Sollte sich jedoch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung noch stärker auf Kaufentscheidungen auswirken, könnten auch pessimistischere Prognosen eintreffen. So könnte das Wachstum 2023 deutlich geringer ausfallen und noch vor der Jahreswende 2024 könnte es in beiden Segmenten einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich geben.