Niederländisches Behörde stoppt M365-Migration

8. Oktober 2026 um 08:25
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Steueramt in Utrecht. Foto: zVg

Die Steuer- und Zollverwaltung will Office-Anwendungen auf eigenen Servern hosten und europäische Open-Source-Alternativen einführen.

Die niederländische Steuer- und Zollverwaltung stoppt ihre Migration in die Cloud-Dienste von Microsoft 365. Dies gab der zuständige Staatssekretär im Finanzministerium, Eelco Eerenberg, in einem Brief an das Parlament bekannt. Die Behörde hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bei den Office-Anwendungen auf M365 zu wechseln.
Im Juli erfolgte dann ein Marschhalt. Man setze die M365-Einführung "vorübergehend" aus und müsse zunächst ein On-Premises-Szenario entwickeln, so Eerenberg damals. Dem Entscheid vorausgegangen war eine Empfehlung des niederländischen Beratungsausschusses für IKT-Bewertung. "Die Wahl der aktuellen M365-Konfiguration in der Public Cloud ist für die Steuer- und Zollverwaltung nicht zielführend. Sie weist Mängel in Bezug auf Informationssicherheit, Datenverarbeitung und Zukunftsfähigkeit auf", hielt das Gremium fest.

Mitarbeitende haben bereits migriert

Bis zum Juli waren rund 5000 der 47'500 Mitarbeitenden der Verwaltungseinheit bereits auf M365 gewechselt. Der Ausschuss empfahl, für diese die Migration in die Cloud rückgängig zu machen und für die ganze Behörde bis Ende 2026 zurückzufahren.
Wie Staatssekretär Eerenberg in seinem Brief mitteilte, folgt die Steuer- und Zollverwaltung dieser Empfehlung. Die Verwaltung arbeite derzeit an der Weiterentwicklung des überarbeiteten Konzepts und Implementierungsansatzes für die Büroautomatisierung. Ziel des Ansatzes sei die optimale Nutzung bestehender Lizenzen, um zusätzliche Investitionen zu minimieren. E-Mail und Kalender würden vorerst weiterhin mit Microsoft-Lösungen funktionieren und lokal bereitgestellt werden. Möglich sei dies, weil die Kapazität der eigenen Rechenzentren erfolgreich ausgebaut worden sei.
Zu den weiteren Plänen erklärte Eerenberg: "Im Laufe der Jahre 2027 und 2028 folgen europäische Open-Source-Lösungen für die persönliche Datenspeicherung und Kollaborationsfunktionen. Dies ermöglicht einen gezielten Ansatz für eine nachhaltige und autonomere Lösung dieser Funktionen." Damit werde die Empfehlung des Beratungsausschusses erfüllt, sich nicht auf eine einzige Lösung eines einzelnen Anbieters zu verlassen, sondern für jede Funktion Alternativen zu prüfen.

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