Nvidia gibt OpenAI haufenweise Geld, um Nvidia-Chips zu kaufen

23. September 2025 um 10:00
image
Nvidia-CEO Jensen Huang. Foto: Nvidia

Der Chiphersteller wird bis zu 100 Milliarden Dollar investieren, falls OpenAI es schafft, in neuen RZs Nvidia-Systeme mit bis zu 10 Gigawatt Leistungsaufnahme einzusetzen.

Nvidia und OpenAI haben einen potenziellen Riesendeal angekündigt. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft will Nvidia demnach bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI investieren und damit dem ChatGPT-Entwickler helfen, auf Nvidia-GPUs basierende KI-RZs mit einer gesamten Leistungsaufnahme von bis zu 10 Gigawatt aufzubauen. Das Geld soll aber nicht sofort liessen: Nvidia verspricht, pro Gigawatt je 10 Milliarden Dollar zu bezahlen. Das erste dieser RZs soll 2026 den Betrieb aufnehmen. Die Details des Arrangements, so die beiden Unternehmen, sollen in den kommenden Wochen noch ausgearbeitet werden,
Der Deal hat laut Analysten viele Aspekte und wirft viele Fragen auf. Einerseits könnte er Skeptiker zum Schweigen bringen, die bezweifeln, dass OpenAI seine vielen bereits angekündigten Investitionen bezahlen kann. Der KI-Spezialist will beispielsweise Cloud-Services im Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar pro Jahr von Oracle beziehen und Broadcom Chips im Wert von 10 Milliarden Dollar abkaufen. Dies, obwohl OpenAI weiterhin tiefrote Zahlen schreibt. CEO Sam Altman sagte Investoren laut dem 'Wall Street Journal' (Paywall) vor rund einem Jahr, dass sein Unternehmen erst 2029 Profit machen werde. Bis dahin würden noch rund 44 Milliarden Dollar Verlust anfallen. Diese Aussage traf er jedoch noch bevor die grossen Deals mit Oracle und Broadcom angekündigt wurden, womit die Investitionen noch nicht eingerechnet waren.

Eigentlich ein Rabatt

Die strategische Partnerschaft mit Nvidia dürfte die Finanzierungsprobleme von OpenAI allerdings auch nicht einfach aus der Welt schaffen. Man könnte den Deal auch anders ausdrücken: Nvidia gibt OpenAI schlicht einen Mengenrabatt beziehungsweise einen Kickback für den Kauf seiner GPUs. Laut einer Analyse von Newstreet Research wird das KI-Unternehmen pro 10 Milliarden Dollar, die es erhält, für 35 Milliarden Dollar Nvidia-Chips kaufen müssen. Für die vollen 10-Gigawatt-KI-RZs würden laut dem Nvidia-Chef Jensen Huang rund vier bis fünf Millionen GPUs gebraucht werden, was ungefähr der Jahresproduktion des Chipriesen 2025 entspricht.
Laut dem 'Wall Street Journal' nennt man dies in Investorenkreisen "Circularity". Der Hersteller unterstützt KI-Startups und andere Unternehmen finanziell, damit diese wachsen können und für ihr Wachstum wiederum Nvidia-Chips kaufen.

Zehn neue AKWs?

Eine weitere Frage ist, woher der Strom für diese Riesen-KI-RZs kommen soll. Wie 'Ars Technica' vorrechnet, entsprechen 10 Gigawatt ungefähr der Leistung von 10 durchschnittlichen Kernkraftwerken. Die drei laufenden Schweizer KKWs Beznau, Leibstadt und Gösgen haben zusammengenommen eine Leistung von knapp 3 Gigawatt.


Loading

Mehr zum Thema

image

Lenovos Serafino über KI und die neue Rolle der Partner

Stefania Serafino von Lenovo Schweiz erklärt, wie sich das Geschäft der Channel-Partner verändert und welche Chancen KI und Services eröffnen.

publiziert am 12.10.2026
image

Zürcher Startup Klarent sammelt 8 Millionen

Mit dem gewonnenen Startkapital will Klarent sein Team und seine Plattform für autonome Qualitätssicherung weiter ausbauen und bis in die USA expandieren.

publiziert am 12.10.2026
image

KI kennt nur wenige Schweizer KMUs

Regionale Schweizer Bäckereien, Coiffeursalons, Garagen und Zahnärzte werden von globalen KI-Assistenten erst selten genannt. Sie bevorzugen Ketten und Marken.

publiziert am 12.10.2026
image

EU will von OpenAI und Anthropic Klarheit über KI-Risiken

Nach den Cyberangriffen durch KI-Systeme erhöht Brüssel den Druck auf OpenAI und Anthropic. Die EU-Kommission fordert Antworten zu den Risiken von KI-Modellen.

publiziert am 12.10.2026