Für den "Pioneer of the Year" nominiert ist Andreas Göldi, Partner bei B2venture. Der Digital-Pionier der ersten Stunde ist seit vielen Jahren erfolgreicher Gründungsunternehmer, unter anderem von Namics und Pixability. Er fördert Jungunternehmen mit Schwerpunkt KI, Robotics und B2B-SaaS – nicht nur finanziell, sondern oft als Verwaltungsrat auch mit seinem vielfältigen Wissen als Unternehmer.
Inside IT: Was waren Ihre Gedanken, als Sie von der Nominierung erfahren haben?
Andreas Göldi: Ich war überrascht, aber habe mich sehr gefreut. Seit über dreissig Jahren darf ich daran mitarbeiten, neue Technologien praktisch nutzbar zu machen. Dass diese Arbeit mit einer Nominierung gewürdigt wird, ist sehr schön. Dabei denke ich auch an die vielen Menschen, mit denen ich Unternehmen aufbauen und schwierige Phasen durchstehen durfte. Pionierarbeit ist für mich immer Teamarbeit.
Wer oder was inspiriert Sie zu Höchstleistung?
Mit Menschen zu arbeiten, die ein Problem erkennen und dann tatsächlich etwas unternehmen. Besonders inspirierend finde ich Gründerinnen und Gründer, die technologische Neugier mit einem tiefen Verständnis für ihre Kunden verbinden. Mich selbst treibt seit meinen Anfängen eine Frage an: Was wird durch eine neue Technologie in der alltäglichen Welt möglich, das bisher nicht ging? Wenn aus einer zunächst etwas verrückten Idee etwas entsteht, das anderen wirklich hilft, kann ich mich sehr dafür begeistern.
Sie haben viel erreicht. Worauf sind Sie besonders stolz?
Am meisten freut mich, wenn etwas, an dessen Aufbau ich beteiligt war, später ohne mich weiterwächst. Bei Namics haben wir aus einem studentischen Projekt ein führendes Digitalunternehmen aufgebaut. Bei Pixability durfte ich in den USA nochmals erleben, wie aus einer Idee ein internationales Technologieunternehmen entsteht. Und heute sehe ich bei vielen Gründerinnen und Gründern, die ich begleite, denselben Prozess aus nächster Nähe. Auf einzelne Transaktionen oder Titel bin ich deshalb weniger stolz als auf Organisationen und Menschen, die sich langfristig entwickeln konnten.
An welchem Projekt oder Thema arbeiten Sie derzeit?
Mich beschäftigt vor allem, wie KI unsere Arbeit und unser Denken verändert. Als Investor bei B2venture begleite ich Unternehmen, die daraus praktische Anwendungen entwickeln. Gleichzeitig experimentiere ich selbst intensiv mit KI-Werkzeugen und schreibe über meine Beobachtungen. Besonders spannend finde ich die Frage, was Menschen und kleine Teams damit neu verwirklichen können. Wenn die Umsetzung einer Idee deutlich einfacher wird, gewinnen Urteilsvermögen, Eigeninitiative und die Wahl des richtigen Problems enorm an Bedeutung.
Welche Zukunftstechnologie fasziniert Sie und warum?
KI-Agenten und ihre Verbindung mit Robotik. Mich fasziniert die Aussicht auf Systeme, die Aufgaben über mehrere Schritte bearbeiten und auch in der physischen Welt handeln können. Darin sehe ich grosses Potenzial, etwa für Forschung, industrielle Anwendungen oder die Unterstützung im Alltag. Die entscheidende Herausforderung ist die Verlässlichkeit: Ein beeindruckender Prototyp muss sich erst im täglichen Einsatz bewähren. Genau dieser Weg von der technischen Möglichkeit zur nützlichen Anwendung interessiert mich seit Beginn meiner Laufbahn.
Der Award "Pioneer of the Year" zeichnet die IT-Persönlichkeit des Jahres aus. Er wird am 19. November 2026 im Rahmen des Digital Economy Awards im Hallenstadion in Zürich vergeben. Wer einem oder einer der fünf Nominierten eine Stimme abgeben will, kann das ab sofort tun. Die Stimmen aus dem Onlinevoting zählen 50%, jene der Jury ebenfalls 50%.