Für den "Pioneer of the Year" nominiert ist Yves Zischek, Managing Director Digital Realty Switzerland and Austria. Mit grossem Engagement fördert er Aspekte wie Energieeffizienz, CO2-Reduktion und Wassereinsparung, etwa die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abwärme in den RZs von Digital Realty im Raum Zürich. Mit seinen Beiträgen zur nationalen Energiesicherheit definiert er die Rolle der digitalen Infrastruktur im 21. Jahrhundert neu.
Inside IT: Was waren Ihre Gedanken, als Sie von der Nominierung erfahren haben?
Yves Zischek: Warum ich? Warum nicht meine Leute? Sie haben den Erfolg ermöglicht. Gleichzeitig fühlte ich mich sehr geehrt und auch ein wenig überfordert, da es für mich sehr ungewohnt ist.
Wer oder was inspiriert Sie zu Höchstleistung?
Grundsätzlich die Neugier. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und versuche stets, Neues zu entdecken, neue Wege zu gehen, genau zuzuhören und daraus neue Ideen zu gewinnen. Unmögliches oder grosse Herausforderungen treiben mich an oder wenn jemand sagt: Das geht nicht…
Sie haben viel erreicht. Worauf sind Sie besonders stolz?
Stolz ist für mich das falsche Wort. Ich bin nie auf Erreichtes stolz, eher auf Menschen und Teams. Freude macht mir, wenn ich junge Menschen sehe, die ich ein Stück auf ihrem Weg begleiten durfte und von denen ich auch lernen konnte. Wenn sie aufblühen, ihr Thema finden und zu Höchstleistung kommen. Oder meine erwachsenen Kinder und wie sie ihren Weg gehen. Glücklich macht mich, wenn es gelingt, spannende, ambitionierte Menschen zusammenzubringen, die dann als Team zu Höchstleistung finden.
An welchem Projekt oder Thema arbeiten Sie derzeit?
Im Moment sind viele spannende Bälle in der Luft. In Zürich haben wir mit dem Bau unseres vierten Rechenzentrums begonnen. Dabei bauen wir auch die Verbindung in den Fernwärmeverbund von Energie Opfikon. Wir denken aber bereits über das vierte Rechenzentrum hinaus. In Wien sind wir gerade daran, unseren neuen 40-Megawatt-Campus zu bauen und mit den richtigen Kunden zu füllen. Auch hier gibt es einige Herausforderungen.
Zusammen mit der Swiss Datacenter Association beschäftigen uns viele Themen: Transparenz herstellen, Diskussionen über Energie und Energieträger der Zukunft, Wasserverbrauch und weiteres. Auch bei Digitalswitzerland und dem AI Action Plan, wo ich im Steering Committee sitze, läuft viel, mit dem Ziel des AI Summit in Genf 2027. Und daneben habe ich noch das eine oder andere spannende private Projekt, etwa als Verwaltungsrat bei Reichle & De-Massari, einer Firma mit urschweizerischen Eigentümerwerten, oder meine ehrenamtliche Arbeit bei Festivalsinema.ch.
Welche Zukunftstechnologie fasziniert Sie und warum?
Mich begeistern weniger die Technologien als die Menschen, die sie entwickeln, und das, was Menschen daraus machen. Ich bin zum Beispiel immer noch überzeugt: Wenn wir KI und weitere digitale Technologien richtig anwenden, macht uns das in der Begegnung wieder menschlicher. Persönlich bin ich ein sehr grosser Fan des Analogen. Ich will das Digitale für die Effizienz nutzen, damit ich mehr Zeit für Menschen und Begegnungen habe.
Der Award "Pioneer of the Year" zeichnet die IT-Persönlichkeit des Jahres aus. Er wird am 19. November 2026 im Rahmen des Digital Economy Awards im Hallenstadion in Zürich vergeben. Wer einem oder einer der fünf Nominierten eine Stimme abgeben will, kann das ab sofort tun. Die Stimmen aus dem Onlinevoting zählen 50%, jene der Jury ebenfalls 50%.