5G: USA und EU erarbeiten Sicherheits-Standards

6. Mai 2019, 11:29
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Die Cyber-Security-Verantwortlichen sowie Telekom-Experten mehrerer Länder haben sich vergangene Woche getroffen, um gemeinsame Sicherheitsstandards für die neue Mobilfunkgeneration auszuarbeiten.

Die Cyber-Security-Verantwortlichen sowie Telekom-Experten mehrerer Länder haben sich vergangene Woche getroffen, um gemeinsame Sicherheitsstandards für die neue Mobilfunkgeneration auszuarbeiten. Die Beamten erarbeiteten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur 'AP' eine Reihe von unverbindlichen Vorschlägen, die am Ende der von der tschechischen Regierung organisierten "5G Security Conference" veröffentlicht wurden.
Unterzeichnen wollten die Vertreter das Papier nicht, schreibt 'Reuters' mit Verweis auf diplomatische Quellen, da viele Länder derzeit noch mit eigenen Abklärungen beschäftigt seien.
An der Konferenz anwesend waren Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, der USA, Australien, Japan und Südkorea sowie Singapur. Die Beamten forderten einen gemeinsamen Ansatz, so der Bericht und sagten, dass sie weder einzelne Unternehmen noch Länder ins Visier nehmen wollen.
Die USA setzen sich bereits seit längerem dafür ein, Huawei aus 5G-Netzwerken zu verbannen, während sich europäische Länder zurückhaltender zeigten. Die nun publizierten Vorschläge spiegeln Bedenken der USA wider, auch wenn Huawei nicht explizit genannt wird.
Laut den gemeinsam erarbeiteten Vorschlägen sollen "Sicherheits- und Risikobewertungen von Anbietern und Netzwerktechnologien" berücksichtigt werden sowie das "Gesamtrisiko des Einflusses eines Drittlandes auf einen Lieferanten", so das Prager Papier. Auch solle bei der Risikobewertung die Gesetzgebung der Länder, in denen 5G-Lieferanten ihren Sitz haben, berücksichtigt werden. "Der Kunde – ob Regierung, Netzwerkbetreiber oder Hersteller – muss in der Lage sein, sich über die Herkunft von sicherheitsrelevanten Komponenten und Software informieren zu können", heisst es im Dokument weiter.
Auch die EU pocht auf ein europaweit abgestimmtes Vorgehen in Sachen Sicherheit und 5G. Die Europäische Kommission hat im März Empfehlungen für ein gemeinsames Vorgehen vorgelegt. Mit Blick auf die 5G-Infrastruktur sollen zunächst die Mitgliedsstaaten nationale Risikoanalysen erstellen. Diese sollen im Sommer vorliegen und als Grundlage dienen für eine europaweite Risikoanalyse. Auf deren Basis wiederum sollen schliesslich einheitliche Sicherheitsstandards und -tests beschlossen werden. (kjo)

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