Also: "Wir machen nicht jeden Blödsinn mit"

17. Februar 2015, 14:24
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Dies sagt Also-Chef Gustavo Möller-Hergt zum Thema Preiskampf, insbesondere auch in der Schweiz. Ansonsten sieht Also seine Zukunft als "B2B-Marktplatz".

Dies sagt der Disti-Chef Gustavo Möller-Hergt zum Thema Preiskampf, insbesondere auch in der Schweiz. Ansonsten sieht Also die Zukunft als "B2B-Marktplatz".
Der paneuropäische Distributionskonzern Also blickt, wie wir bereits berichtet haben,auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Der Umsatz konnte, insbesondere auch durch Übernahmen, kräftig gesteigert werden, der Reingewinn zumindest leicht. Trotzdem hatte der Konzern 2014 auch mit "starkem Gegenwind" zu kämpfen. Neben Lieferproblemen in Deutschland gehörte auch die "negative Preisentwicklung in der Schweiz" dazu, wie der Konzernchef Gustavo Möller-Hergt heute morgen an einer Pressekonferenz in Zürich betont.
Der Grund dafür war laut Möller-Hergt nicht nur die Frankenkrise sondern ein Preiskampf unter den Distis: Bestimmte Mitbewerber seien mit "sehr aggressiven Preisen" aufgetreten. Also möchte dabei aber nicht mitziehen, denn diese Strategie habe "kurze Beine", so Möller-Hergt. "Wenn jemand Geld verschenken will, dann soll er das, wir warten lieber ab. Wir machen nicht jeden Blödsinn mit."
Laut dem heute erschienenen vollständigen Geschäftbericht stieg der Umsatz von Also 2014 in der Schweiz trotz der Preisentwicklung leicht, in Euro gerechnet um 5 Prozent auf 774 Millionen Euro. In Franken gerechnet wäre die Umsatzsteigerung etwas tiefer gelegen. Der Sturz des Eurokurses, der den Umsatz im laufenden Jahr, wenn man ihn in Euro rechnet, deutlich beinträchtigen dürfte, erfolgte aber erst nach Jahresende.
Möller-Hergt bezeichnete diesen Kurssturz zwar als "kalte Dusche" für Also Schweiz. Die Auswirkungen seien aber eher kurzfristig und beschränkt. Eine wichtige Reaktion sei, dass man nun mehrmals täglich Preise anpasse. Danach gefragt, ob die Frankenkrise personelle Auswirkungen habe, wiegelte er ab. Im transaktionellen Bereich - dem klassischen Disti-Geschäft mit Hard- und Software - sei man "sowieso immer am optimieren." Die Kürzung der operativen Ausgaben habe aber klare Limiten.
Wir sind ein B2B-Marktplatz
Von strategischen Neuerungen gibt es beim Broadliner nicht viel zu berichten. Der Konzern verfolgt weiterhin seine bereits mehrmals geschilderte "MORE"-Strategie, die für Wachstum sorgen soll. Und Möller-Hergt mag auch weiterhin das Wort "Disti" als Bezeichnung für Also nicht so sehr. Gerne möchte er, dass der Konzern in Zukunft als "B2B-Marktplatz" wahrgenommen wird. Reseller sollen auf diesem Marktplatz Produkte, Lösungen und (Cloud)-Services verschiedenster Anbieter vergleichen und daraus ihr individuelles Portfolio zusammenstellen können.
Investitionen in die vor einem Jahr übernommene Cloud-Plattform Nervogrid sind weiterhin ein wichtiger Teil der Zukunftsstartegie des Distributors. Nach der Integration des gekauften "Cloud Control Panels" seien aber erst dieses Jahr erste Umsätze im Bereich "Digital Services" zu erwarten, so Also.
Ein Mitgrund dafür dürfte die weiterhin stockende Nachfrage im Channel sein, der die Also-Cloud benutzen soll. Möller-Hergt nannte zwei Gründe für das Zögern der Reseller den Eintritt ins Cloud-Zeitalter zu wagen, sei es als Cloud-Reseller als auch als Cloud-Provider. Einerseits hätten viele Angst, die Kundenbeziehungen zu verlieren. Und zweitens sei es für die Unternehmen oft schwierig, den Banken, welche die Umstellung finanzieren sollten, die Vorteile des Wechsels von "Einmalumsätzen" im klassischen Produkthandel zu wiederkehrenden Umsätzen im Abonnementsgeschäft zu erklären. Genau dabei, der Kommunikation mit den Banken, so verspricht Möller-Hergt, wolle Also seinen Partnern in Zukunft deshalb verstärkt helfen. (Hans Jörg Maron/sda)

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