Auch die St. Galler Spitäler haben neues KIS geordert

7. Juni 2021 um 14:56
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Abermals hat sich Cistec die Einführung eines neuen Klinikinformationssystems gesichert. Diesmal für den Spitalverbund des Ostschweizer Kantons.

Für rund 34 Millionen Franken wird in den 3 Regionalspitälern und dem Kantonsspital sowie der Geriatrischen Klinik in St. Gallen ein neues Klinikinformationssystem (KIS) eingeführt. Das ist dem Zuschlag auf Simap zu entnehmen. Es gingen im offenen Verfahren 6 Angebote ein und einmal mehr ging der Auftrag an Cistec. Gesichert habe man sich für 8 Jahre den Betrieb des KIS und geplant sei, das neue System im Jahr 2024 einzuführen, erklärt CEO Andreas Kundert im Telefonat mit inside-it.ch.
Die Beschaffung schliesst ein Patientendatenmanagement-System und weitere Optionen ein, heisst es im Zuschlag. Demnach sind neben den benötigten Applikationen Beratungs- und IT-Services zu liefern. Ausserdem wird Unterstützung bei der Planung, Konzeption, Konfiguration, den Schnittstellen, der Geräteeinbindungen, Migration, Inbetriebnahme, Wartung, Software-Pflege und Support erwartet. Betont wird zudem, dass mit der gewählten Lösung "die Basis zur Erreichung der HIMSS-EMRAM-Level-6-Zertifizierung" geschaffen werde.
Der KIS-Anbieter Cistec fokussiert auf die deutschsprachige Schweiz und hat in den vergangenen Monaten eine rasante Wachstumsgeschichte hingelegt. So wurde erst kürzlich mitgeteilt, beim Kantonsspital Baselland gegen 3 Konkurrenten das Projekt "New Generation KIS" gewonnen zu haben. Zuvor hatten sich die Spitäler Schaffhausen im Januar 2021 für das 5-Millionen-Angebot des Zürcher Anbieters entschieden, wobei insgesamt 6 Angebote eingegangen waren. Ausserdem hatte sich 2020 das Kantonsspital Glarus, die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, das Zürcher Stadtspital Waid und Triemli sowie das Kantonsspital Winterthur für die Cistec-Lösung entschieden.

"Nicht über den Preis gewonnen"

Interessant ist dabei, dass Kundert erklärt, die Aufträge habe man nicht über den Preis gewonnen, obwohl es sich um einen Verdrängungsmarkt handle: "Wir waren sicher nicht der günstigste Anbieter." Gleichwohl habe man alle Ausschreibungen, an denen man sich beteiligt habe, gewonnen, schiebt er nach. Für ihn sei das Beleg für den guten Ruf, den man sich inzwischen erarbeitet habe.
Auf die Frage, wie das schnelle Wachstum gestemmt werden soll, führt er aus, dass man seit dem Markteintritt 2009 mit etwa 10 Mitarbeitenden alle 3 bis 4 Jahre die Anzahl des Personals verdoppelt habe. Die Mitarbeitenden seien die wichtigste Ressource, betont er. Inzwischen beschäftige man 125 Angestellte und wolle weiter wachsen. Das sei zwar eine Herausforderung angesichts des Mangels an IT-Spezialisten. Doch weil Cistec in einer Branche tätig sei, die "sinnstiftende Arbeit" ausführe, würde das gute Leute anziehen, so Kundert.
Die 1995 am Uni-Spital Zürich initiierte Entwicklung der KIS-Lösung "KISIM" (KIS für die Innere Medizin des Universitätsspitals) mündete 2002 in die Firmengründung. Am Markt ist Cistec nach eigenen Angaben seit 2009 tätig, als sich der Spitalverbund FMI (Frutigen, Meiringen, Interlaken) im Berner Oberland für KISIM entschied. Die publizierte Kundenliste weist noch ohne St. Gallen 26 Spitäler aus. Das Bundesamt für Statistik hat zuletzt für 2019 insgesamt 281 Spitäler in der Schweiz ausgewiesen. Zähle man die Anzahl der stationären Fälle respektive Hospitalisierungen, sagt Kundert, adressiere Cistec inzwischen 50% der Deutschschweizer Spitäler.

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