Auja: IBM (USA) stellt Pensionsplan ein

6. Januar 2006, 15:12
  • politik & wirtschaft
  • ibm
image

Jaja - der Kapitalismus ist auch nicht mehr, was er einmal war.

Jaja - der Kapitalismus ist auch nicht mehr, was er einmal war.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Mitarbeitenden von IBM der Firma sehr, sehr lange treu bleiben? Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Man kann sich bei IBM intern weiter entwickeln (so gibt es ManagerInnen, die mit einer einfachen KV-Stifti angefangen haben) und die Pensionskasse von IBM belohnt Firmentreue.
Damit wird ab 2008 zumindest in den USA Schluss sein. IBM stellt in zwei Jahren die US Pensionspläne ein. Bisher profitierten die 117'000 IBM-Angestellten von IBM je mehr, desto länger sie bei IBM angestellt waren. Ab 2008 können die IBM-Leute ihre Guthaben zwar noch auszahlen lassen, zusätzliche Dienstalters-Gutschriften gibt es dann aber nicht mehr. Dafür will IBM die Firmenbeiträge an die privaten Sparpläne der Mitarbeitenden erhöhen.
Der Schritt wird die Gewinne von IBM um Milliarden erhöhen, schreibt das 'Wall Street Journal', denn IBM wird die Verpflichtungen aus den Mitarbeiter-Pensionspläne aus der Bilanz nehmen können. Innert vier Jahren soll IBM so bis zu drei Milliarden Dollar einsparen können. Vertreter der Angestellten kritisieren IBM denn auch heftig. Vor allem ältere Mitarbeitende würden massive Einbussen erleiden. Offiziell lässt IBM verlauten, nur knapp ein Fünftel der Angestellten seien betroffen - ihre Pensionen würden sich im Schnitt um 12 Prozent verringern. Bereits vor einem Jahr hat 'Big Blue' neue Angestellte in den USA von den Pensionsplänen ausgeschlossen.
IBM begründet die offene Verschlechterung der Sozialleistungen in den USA damit, die anerkannt gute Pensionskasse habe die Firma gegenüber der Konkurrenz benachteiligt.
Und in Europa?
Die obige Nachricht bezieht sich ausschliesslich auf IBM in den USA. Doch auch in Europa könnten ähnliche Schritte anstehen. Von IBM Schweiz war auf jeden Fall nur ein - IBM-typisch ziemlich kryptisches - Statement zu haben: "Wie wir alle wissen, stehen die Systeme der Altersvorsorge weltweit vor grossen Herausforderungen. Die IBM betrachtet ihre Angebote zur Altersversorgung länderspezifisch. Mögliche Änderungen werden auch bei uns laufend geprüft."
Wenn IBM verlauten lässt, man "prüfe mögliche Änderungen", so zeigt dies erfahrungsgemäss, dass tatsächlich Veränderungen im Busch stecken könnten. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Anti-Fake-News-Initiative ist vorerst vom Tisch

Mit einem Vorstoss sollten Betreiber in die Pflicht genommen werden, wenn auf ihren Onlineplattformen Falschinformationen verbreitet wurden. Zunächst sind aber Abklärungen nötig.

publiziert am 3.2.2023
image

Der Wandel im Beschaffungsrecht

Am 02. Februar 2023 ist das erste Event seiner Art – "E-Government im Fokus" – von inside-it.ch über die Bühne gegangen. Wir haben mit 4 Speakern diskutiert, die das Beschaffungswesen in- und auswendig kennen.

publiziert am 3.2.2023
image

Next Episode: Das neue Simap verzögert sich nochmals

Die Entwickler haben die "Komplexität analysiert" und sind zu einer neuen Schätzung gelangt. Dieses Jahr wird’s nichts mehr mit KISSimap.

publiziert am 3.2.2023
image

Das Wachstum der Hyperscaler verlangsamt sich

Bei AWS, Azure und Google Cloud ist es jahrelang nur steil bergauf gegangen. Jetzt aber macht sich der Spardruck der Kunden bemerkbar.

publiziert am 3.2.2023