Hans Nagel und Gregor Stücheli gründen mit Unterstützung eines Beteiligungsunternehmens den neuen Banken-IT-Dienstleister Inventx. Niederlassungen in Chur und Brüttisellen.
T-Systems Schweiz hat heute bestätigt, was Leserinnen und Leser von inside-it.ch
seit Ende Juli wissen: Das Geschäft mit den Bankensystemen Finnova und Avaloq wird per 1. Oktober 2010 zu einem unbekannten Preis verkauft, und zwar an das neu gegründete Unternehmen Inventx. Die Graubündner Kantonalbank, die Migros Bank, die St. Galler Kantonalbank, die Thurgauer Kantonalbank und die BZ Bank werden somit neu nicht mehr von T-Systems betreut.
Ostschweizer Investor
An Inventx beteiligt sind diverse ehemalige T-Systems-Kadermitglieder sowie der bisherige Banking-Verantwortliche bei T-Systems Schweiz, Hans Nagel (Foto), und Gregor Stücheli, von 2004 bis Anfang 2009 Chef von T-Systems Schweiz. Nagel und Stücheli treten als geschäftsführende Partner auf. "Einen eigentlichen CEO gibt es nicht", sagt Nagel zu inside-it.ch. Während er für Projektabwicklung und Delivery zuständig sei, kümmere sich Stücheli um den Verkauf an der Kundenfront. Als Investor an Bord ist zudem die Ostschweizer Huwa Finanz- und Beteiligungs AG, die gemäss Nagel langfristig orientiert ist. Wer wie viel Prozent der Aktien besitzt, wird nicht bekannt gegeben.
Inventx werde sich auf die Implementierung, das Application Management und den IT-Betrieb von Anwendungen im Finanzdienstleistungsbereich fokussieren, bei der "höchste Qualität und eine sichere Datenhaltung in der Schweiz gefordert sind", wie Nagel sagt. Inventx hat von T-Systems die Banking-Mitarbeitenden, Kunden- und Lieferantenverträge sowie den Standort Chur übernommen. In Chur arbeiten zurzeit um die 90 Personen. Inventx hat zudem auch in Brüttisellen eine Niederlassung, wo 15 ehemalige T-Systems-Banking-Leute stationiert sind, die bisher in Zürich Oerlikon tätig waren. "Die Brüttiseller Niederlassung soll in Zukunft stark wachsen", sagt Nagel.
Pierre Klatt, Managing Director bei T-Systems Schweiz, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "Wir haben uns im Bankingbereich zu einer konsequenten Ausrichtung unserer Angebote auf ausgelagerte, dynamische Informations-und Kommunikations-Plattformen entschlossen. Das Geschäft mit bankenspezifischen Softwarelösungen gehört in dieser Ausrichtung nicht mehr zu unseren Kernaktivitäten." Und weiter: "Für unsere Mitarbeitenden als auch für unsere Kunden haben wir eine optimale Lösung gefunden, da Inventx die Organisation, unsere Kunden und die Verträge bestens kennt. Dies gibt uns die Sicherheit, dass die Kunden auch künftig bestmöglich betreut werden." (Maurizio Minetti)