Dem Management von Schweizer KMU sei die Wichtigkeit von Business Intelligence (BI) und Data Science wenig bewusst. Deren Bedeutung werde eher von Mitarbeitenden erkannt, schreibt die Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) im Rahmen einer Studie.
Besonders in Kleinstunternehmen erfolgten Prognosen bis heute anhand von historischen Daten mit simplen Zeittrends. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen nutzten das Potenzial von BI zu wenig. "In diesem Zusammenhang erstaunt unser Befund, wonach, über alle Unternehmensgrössen hinweg, ein Bedarf für mehr Prognosen zu zukünftigen Kundenwünschen und Trends von Kundensegmenten sowie zu Produkten und Dienstleistungen geäussert wird", sagt HWZ-Professor und Studienautor Evangelos Xevelonakis.
Zwar bestehe grundsätzlich Konsens über die Bedeutung von Daten, aber oftmals würden Qualität und Menge als ungenügend empfunden. Die Studienautoren halten fest, dass viele KMU datenseitig bereits die Grundvoraussetzungen für BI mitbringen würden. Das wichtigste Tool für die Datenbewirtschaftung und Analyse sei dabei aber immer noch Excel, während spezielle Tools eine untergeordnete Rolle spielen würden.
Um Business Intelligenz erfolgreich zu implementieren würden die Ressourcen fehlen, schätzten die meisten Manager. Anders gewichten die Angestellten die Hindernisse. Sie sahen in fehlenden Zuständigkeiten die grössten Hürden. Die HWZ folgert, dass die fehlende Transparenz und Kommunikation zwischen den Hierarchiestufen ein wesentliches Problem sei. Zudem fehle im Management ein Zuständigkeitsgefühl sowie das Bewusstsein für die Vorteile von Data Science.
Die Lösungsvorschläge der Hochschule liegen auf der Hand. Die Zuständigen müssten mehr für das Thema sensibilisiert werden und sie sollen mehr Ressourcen für die Weiterbildung zur Verfügung stellen. Hier wirbt die HWZ dann auch für die eigene Rolle als Hochschule, die dazu beitragen könne, "dass potenzielle Mitarbeiter entsprechend geschult und KMU in Data-Science-Themen auf dem Laufenden gehalten werden, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren".