Das Nationale Test­zentrum für Cyber­sicherheit in Zug verzögert sich

18. März 2021, 16:52
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Die Grundsatzdebatte des Kantonsrats zu den Projekten von Zug+ wird die Cybersicherheits­projekte verzögern.

Obwohl der Zuger Kantonsrat sämtliche Beiträge zu den Zukunftsprojekten von Zug+ sistiert hat, könnte es bei zwei Programmen schnell gehen. Bereits nächstes Jahr sollen das Nationale Testzentrum für Cybersicherheit (NTC) und eine Anlaufstelle für IT-Sicherheit den Betrieb aufnehmen. Das schreibt 'Zentralplus'. Laut dem Bericht muss nach der Staatswirtschaftskommission noch der Kantonsrat sein Placet zu Nachtragskrediten für die Projekte von Zug+ geben. Das wird zu einer "Verzögerung von einigen Monaten führen", wird der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler zitiert, der auch als Präsident des Trägervereins für das NTC amtet.
Dabei habe die Zuger Regierung aber bereits die meisten Vorarbeiten gemäss Realisierungsplan für das NTC erledigt: "Dies, obwohl noch unklar ist, ob der Kantonsrat dem Nachtragskredit für 2 Millionen Franken zustimmen wird, der für die Einrichtung des Zentrums nötig ist", wie weiter berichtet wird. Auch sei noch nicht festgelegt, wo das NTC angesiedelt werde. Allerdings hätte der Regierungsrat bereits die wichtigsten Partner ins Boot geholt gehabt, als der Kantonsrat im letzten November den Marschhalt für alle Zukunftsprojekte von Zug+ angeordnet habe. Damals sei die Regierung zu einem Zwischenbericht verpflichtet worden, um die finanziellen Konsequenzen für alle Programme aus den Bereichen Bildung, Demografie und Ökologie aufzuzeigen.
Die ersten Berichte, dass in Zug eine "Cyber-Empa" erhalten soll, waren bereits letzten August erscheinen. Im Oktober hatte der Kanton Zug dann für den NTC-Aufbau eine Anschubfinanzierung von 450'000 Franken bewilligt. Das Projekt hatte dann Ende des Jahres Auftrieb durch eine Motion erhalten, die eine Beteiligung des Bund sich am Aufbau und Betrieb eines NTC forderte.
"Uns war es wichtig, das Einverständnis und die Unterstützung des Bundes für das Testzentrum zu erhalten", sagt nun Tännler. Mittlerweile würde die Zusicherung des Bundes vorliegen, sich finanziell am NTC zu beteiligen. Auch der Businessplan fürs NTC sei erstellt, so Tännler. Das gelte auch fürs zweite Cyber-Projekt, eine Anlaufstelle für KMU im Zusammenhang mit IT-Sicherheit namens "ITSec4KMU". Hiermit soll mit einer Plattform, einem Netzwerk und eigenen Dienstleistungen die Widerstandsfähigkeit von KMU im Cyberbereich gestärkt werden. Und diese Anlaufstelle soll wie das NTC im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen. Tännler hält jedenfalls fest: "Wir stehen Gewehr bei Fuss".
Weiter wird berichtet, dass beide Projekte im Kantonsrat auf eher wenig Ablehnung stossen. Nur 2 Zuger Kantonsratsfraktionen hätten allerdings auf eine Anfrage reagiert, was möglicherweise eine noch wenig fortgeschrittene Meinungsbildung bedeutet. "Oder dass beide Projekte unumstritten sind und man lieber über Details in anderen Programmen diskutieren möchte", wie 'Zentralplus' schreibt.
Die Grünen finden jedenfalls, insbesondere die Anlaufstelle für KMU zur IT-Sicherheit eine gute Sache. Beim NTC können man jedoch "noch wenig über den konkreten Nutzen des Zentrums für den Kanton Zug sagen". Bei der SVP hingegen seien keinerlei inhaltliche Einwände erhoben worden, sondern beide Projekte will man "grossmehrheitlich oder einstimmig unterstützen", wie der Fraktionspräsident sagte.
Die projektierten Kosten für den Kanton betragen, wenn der Kantonsrat den Nachtragskredit für die beiden Programme spricht, jährlich 25’000 Franken für ITSec4KMU. Beim NTC rechnet man laut dem Bericht für die Jahre 2022 und 2023 mit Folgekosten von 1 Million Franken und anschliessend jährlich mit der Hälfte.

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