Der erste ICT-Campus wurde in Bern eröffnet

17. Juni 2019, 11:11
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An der Technischen Fachschule Bern öffnete am vergangenen Wochenende der ICT Campus Bern seine Tore.

An der Technischen Fachschule Bern öffnete am vergangenen Wochenende der ICT Campus Bern seine Tore. Genauer gesagt handelt es sich um einen Campus und ein ICT-Scout-Programm zugleich, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. "Systematisches Finden und kontinuierliches Fördern", so das Konzept.
Der nun eröffnete ICT Campus Bern entstand in Kooperation mit dem Digital Impact Network und dessen Präsidenten, Matthias Stürmer von der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern. Als Vorbild gilt ein Förderprogramm des Kantons Baselland, das seit 2016 existiert. Diesen müsse man sich wie eine offene Werkstatt vorstellen, wo Kinder und Jugendliche selbst bestimmen, was sie als nächstes entdecken wollen. Mittlerweile werde das Programm in Muttenz regelmässig – jeden zweiten Samstag – von rund 200 Kindern und Jugendlichen besucht, knapp die Hälfte davon Mädchen. Letztere seien wichtig, weil sie den Löwenanteil des in der Schweiz brachliegenden Talentpotentials ausmachten, wie der Förderverein schreibt.
Ziel in Bern sei es, flächendeckend jede Klasse im siebten Schuljahr zu besuchen. Damit sollen aber nicht nur neue IT-Talente gefunden, sondern insgesamt Nachwuchs in den technischen Bereichen gefördert werden. "Der Fachkräftebedarf umfasst schliesslich auch zahlreiche Ingenieurinnen, Mathematikerinnen, Ärztinnen, Interactive Media Designerinnen etc.", schreibt der Förderverein.
Zwischen 2010 und 2018 sei sie Anzahl der weiblichen Informatik-Lernenden gesamtschweizerisch von 100 auf 127 gestiegen. Laut einer Erhebung der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) gibt es in der Schweiz annähernd 1000 MINT-Förderangebote, ein Grossteil davon gezielt auf Mädchen und Technik ausgerichtet. "Wenn die Branche weiterhin auf den Methoden beharrt, welche 15 Jahre lang nicht funktioniert haben, wird sich auch nichts ändern", moniert Dominik Strobel, Projektleiter Marketing & Kommunikation vom Förderverein ICT Scouts/Campus.
Konzept wird in weiteren Regionen umgesetzt
Beim Berner Campus handelt es sich um den ersten von mehreren, die national eröffnet werden sollen. Geplant als erster Standort war ursprünglich Zürich. Die grösste Stadt der Schweiz soll im Herbst einen ICT Campus erhalten und weitere werden folgen. Das nationale Skalierungskonzept von ICT Scouts/Campus sieht laut eigenen Angaben zwei Neueröffnungen pro Jahr vor: 2020 Lenzburg und Visp, dann Winterthur, St. Gallen und Thun. Insgesamt zwölf Campus-Standorte sind bis 2023 geplant. (kjo)
Update (15.36 Uhr): Der ICT Campus in Muttenz wird regelmässig von rund 200 Kindern und Jugendlichen besucht und zählte nicht insgesamt 200 Besucher, wie es in einer ersten Version dieses Artikels hiess.

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