Deutscher Datendieb gesteht den "Hackerangriff"

8. Januar 2019, 12:52
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Der nach dem grossangelegten Datendiebstahl bei deutschen Politikern und weiteren Prominenten festgenommene 20-jährige Verdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt.

Der nach dem grossangelegten Datendiebstahl bei deutschen Politikern und weiteren Prominenten festgenommene 20-jährige Verdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt. Und er tat dies allein, wie er gestand.
Der Mann habe angegeben, "aus Verärgerung über öffentliche Äusserungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben", teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mit.
Der Schüler, der noch bei seinen Eltern leben soll, war am Sonntag im Bundesland Hessen festgenommen worden. Die bei Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel wie Computer und Datenträger würden nun umfassend ausgewertet. Ein Computer, den der Verdächtige beiseite geschafft habe, sei gefunden worden, hiess es weiter, ebenso ein Daten-Backup bei einem Sharehoster.
Der Beschuldigte sei "computeraffin", aber habe keine Informatikausbildung, hiess es weiter. Er habe auch keinen raffinierten "Hacking-Angriff" gemacht, vielmehr sei er via "Doxing" an die Daten gelangt. Konkret geht es um absichtlich veröffentlichte sensible Daten, solche aus diversen früheren Hacks, die in Darknet-Foren verfügbar sind und Daten aus weiteren, teilweise öffentlichen Quellen.
Nach aktuellen Informationen aus Deutschland scheint es also, dass eine Kombination aus technologischem Interesse, krimineller Energie und viel Fleiss bereits genügen für einen weltweit aufsehenerregenden Datendiebstahl bei Entscheidungsträgern und Promis.
Betroffen waren davon nach Angaben des deutschen Bundesinnenministeriums zahlreiche Politiker wie Angela Merkel und SPD-Spitzenpolitiker Martin Schulz oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Hinzu kommen Daten von Journalisten oder von Rapper Sido und Schauspieler Til Schweiger. Das Ministerium sprach von 50 bis 60 schweren Fällen sowie rund tausend weiteren, bei denen es nach den bisherigen Erkenntnissen überwiegend um reine Kontaktdaten gehe.
Bei den personenbezogenen Daten handelt es sich um Telefonnummern, Anschriften, Kreditkartendaten, Bilder und Korrespondenzen.
Der deutsche Innenminister Horst Seehofer gratulierte den Sicherheitsbehörden zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg. (mag/sda)

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