Die Channel-Woche:

15. März 2019, 16:00
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Bei Citrix wurde eingebrochen, Boss hat zugeschnappt und Google legte den Cloud-Schalter in Zürich um.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche zehn für Diskussionsstoff im Schweizer Channel.
Citrix erfolgreich gehackt, vielleicht sogar seit Jahren
Das interne Netzwerk von Citrix wurde gehackt. Das Eindringen wurde nicht von Citrix selbst bemerkt , sondern vom FBI gemeldet. Es handle sich um internationale Kriminelle, welche Zugriff auf Business-Dokumente erhalten haben könnten und diese herunterluden. "Die spezifischen Dokumente, auf die möglicherweise zugegriffen wurde, sind jedoch derzeit nicht bekannt. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Sicherheit eines Citrix-Produkts oder -Dienstes beeinträchtigt wurde", meldete der Konzern mit über 400'000 Kunden weltweit. Zur Situation in der Schweiz und von Schweizer Kunden konnte Citrix auf unsere Anfrage keine Stellung nehmen.
Boss Info übernimmt abermals einen NAV-Spezialisten
Im Rahmen einer Nachfolgeregelung hat Boss Info rückwirkend auf den 1. Januar den in Fehraltorf ansässigen Microsoft-Partner Daneco übernommen. Boss Info wächst mit den neu hinzugekommenen neun Mitarbeitenden auf nun 140 Angestellte und mit den weiterbestehenden Büros in Fehraltorf auf sieben Standorte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Übernahme erlaube Boss Info weiter zu wachsen und man erschliesse Daneco und seinen Mitarbeitenden neue Potentiale, erklärte uns Simon Boss, Gründer und CEO der Boss Info. Die Konsolidierung im KMU-ERP-Markt – besonders unter Microsoft-Dynamics-Partnern – gehe zu Ende. In der Schweiz gebe es noch etwa fünf kleinere ERP-Anbieter mit um die zehn Mitarbeitenden, die Boss als mögliche Übernahmekandidaten sieht, so der CEO. Daneben werde der Markt von grossen Anbietern dominiert.
Interxion baut in Glattbrugg für 130 Millionen Franken
Das Cloud-Business brummt und entsprechend expandiert auch das Geschäft mit dem Bau und Betrieb der Rechenzentren, in denen die Clouds untergebracht sind. Der holländische RZ-Betreiber Interxion kündigte diese Woche an, ein brandneues, zweites Rechenzentrum in Zürich zu bauen. Interxion wird rund 130 Millionen Franken in das neue RZ investieren. Es kommt ganz in die Nähe des ersten Zürcher RZs beim Bahnhof Glattbrugg zu stehen. Im Neubau sollen rund 6600 Quadratmeter nutzbare Fläche entstehen, die ab 2020 verfügbar werde. Parallel dazu baut der paneuropäische RZ-Betreiber das bestehende RZ in Glattbrugg um 300 Quadratmeter aus und investiert dafür zehn Millionen Euro.
Gericht widerruft IT-Zuschlag des Kantons Zürich
Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich schrieb ein neues System für die Online-Anmeldung zur Aufnahmeprüfung an die Gymnasien aus. Der Zuschlag für Lieferung und Betrieb der Lösung ging an Novo Business Consultants. Fünf Unternehmen hatten sich für den Auftrag beworben, darunter auch die bisherige Anbieterin, die Zürcher Firma Gyselroth. Sie offerierte ihre Lösung rund einen Drittel günstiger als Novo BC. Dennoch unterlag Gyselroth. Das Unternehmen legte Beschwerde beim Zürcher Verwaltungsgericht ein, das nun zum Schluss kam, die Bildungsdirektion habe gegen das Transparenzgebot verstossen. Das Vorgehen, in dem die Preise weniger stark gewichtet wurden, sei nicht nachvollziehbar.
Google präsentiert zum Start der Schweizer Region seinen Channel
Google hat die Cloud Region Zürich offiziell eröffnet. Eingemietet hat sich Google, so wird gemutmasst, bei Green in Lupfig. Die neue Region ist aber in drei Zonen geteilt, so dass die Ressourcen entsprechend verteilt sein dürften. Als Partner für die Anbindung der hiesigen Region an Googles weltweite Cloud Interconnect wurden Interxion und Equinix gewählt. Der Konzern nahm die Eröffnung auch zum Anlass, um potenzielle Partner zu umgarnen. Man strebe eine 100-prozentige Partnerbeteiligung an. Man sei noch nicht soweit, investiere aber stark in den Channel, sagte uns Bernd Stopper, Head of Partner Sales DACH. Das Partnerteam für die DACH-Region habe man im letzten Jahr verfünffacht, von diesen Mitarbeitern sässen auch einige in Zürich.
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