Die Channel-Woche:

16. August 2019, 15:30
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Hiag steigt aus dem Cloud-Business aus, Schweizer Konzern wird lahm gelegt, Bettkober wechselt zu AWS, Microsoft verteuert Lizenzen und Cisco leider unter chinesischen Sanktionen.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 33 für Diskussionsstoff im Schweizer Channel.
Warum Hiag Data aus dem Cloud-Business aussteigt
Hiag steigt aus dem Cloud-Business aus. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens den Ausstieg von Six aus einer Partnerschaft für eine Schweizer Finanzcloud schon in der Evaluationsphase. Zweitens lasse sich der Plan, ein Multicloud-Angebot für Banken oder Versicherung aufzubauen, nicht verwirklichen. Die "Öffnung des Projekts für weitere qualifizierte Partner" sei nicht im vorgegebenen Zeitrahmen realisierbar, so das Unternehmen. Hiag Data schrieb zudem von Anfang an nur rote Zahlen. Der Verlust wurde offenbar immer grösser. "Im ersten Halbjahr 2019 wird der Verlust deutlich grösser als die im Vorjahreszeitraum ausgewiesenen neun Millionen Franken ausfallen", sagte der Finanzchef im Juni.
Schweizer Industriekonzern von Cyberattacke lahmgelegt
Omya, ein international tätiger Schweizer Hersteller von Industriemineralien, war letztes Wochenende aufgrund eines Cyberangriffs gezwungen, den Betrieb einzustellen. "Wir haben im ersten Moment kurz alle Werke stillgelegt und fahren sie seither Schritt für Schritt wieder hoch", bestätigte ein Firmensprecher auf Anfrage. Aktuell liefen wieder deutlich mehr als die Hälfte der Werke, mehr als 100 Standorte seien voll in Betrieb. Noch nicht voll in Betrieb ist aber der Konzernsitz im aargauischen Oftringen, so konnte die Telefonistin nur mit einer einzigen Telefonleitung arbeiten. Welche weiteren IT-Systeme betroffen waren, wollte der Milliardenkonzern indes nicht kommunizieren. Aber der Omya-Sprecher präzisierte, dass es sich bei der eingeschleusten Malware um Ransomware einer bislang unbekannten Variante handle.
Bettkober wechselt von Microsoft zu AWS
Yvonne Bettkober ist neu General Manager Switzerland von AWS. Sie ist Nachfolgerin des US-Amerikaners Jim Fanning, der nach New York zurückgekehrt ist als Leader, Banking & Payments für AWS. Bettkober vollzieht den bemerkenswerten Wechsel nach über 13 Jahren bei Microsoft in unterschiedlichen Funktionen. Mit ihrer Ernennung ist der Hyperscaler nun definitiv in Zürich angekommen und hat auch schon ein Ökosystem vorzuweisen. AWS wirbt auf dem Arbeitsmarkt damit, dass Zürich "eine grosse Anzahl von Finanzinstituten und Bankenriesen sowie die meisten Forschungs- und Entwicklungszentren der Schweiz" beherberge.
Microsoft verteuert Software-Lizenzen für Nutzung auf Amazon und Co.
Mit den Versprechen, "die Unterscheidung zwischen lokalen respektive traditionellen Outsourcing- und Cloud-Services zu klären und konsistentere Lizenzbedingungen für mandantenfähige und dedizierte gehostete Cloud-Services zu schaffen", hat Microsoft begonnen, seine Lizenzbedingungen zu ändern. So sollen in der Folge Angebote für Unternehmens-Software billiger werden, wenn sie auf den Dedicated-Servern von Azure laufen, also physische Server auf der Azure Cloud genutzt werden, die nicht mit anderen geteilt werden. Der Pferdefuss: Gleichzeitig verteuert sich durch die Änderungen Microsoft-Software, wenn sie in einer Cloud von konkurrierenden Dienstleistern betrieben wird.
CEO: "Cisco darf in China nicht mehr offerieren"
Cisco Systems gab bekannt, dass die bevorstehenden US-Zölle und chinesische Kunden, die die Produkte meiden, sein Geschäft belasten würden. Das Netzwerkunternehmen prognostizierte anlässlich der Publikation der Quartalszahlen darum wachsende Schwierigkeiten. Die Verkäufe in China seien um 25 Prozent gesunken, zudem würden die staatlichen Unternehmen des Landes keine Cisco-Offerten mehr annehmen. "Wir dürfen nicht einmal mehr an Ausschreibungen teilnehmen", sagte Cisco-CEO Chuck Robbins.
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