Die Rolle des VARs in der HP-Cloud

16. April 2012, 14:14
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Wie sieht HP Schweiz die Rolle des Channnels in HPs "Converged Cloud"? Eine Übersicht.

Wie sieht HP Schweiz die Rolle des Channnels in HPs "Converged Cloud"? Eine Übersicht.
Laut einer aktuellen Schätzung von IDC werden sich die prozentualen Anteile ihrer IT-Budgets, die Unternehmen weltweit in traditionelle IT sowie in das Outsourcing von traditionellen IT-Infrastrukturen stecken, bis 2020 beinahe halbieren (siehe Grafik). Stattdessen wird der Anteil, der in diverse "Cloud"-Varianten zur Erbringung von IT-Leistungen fliesst, von jetzt etwa 15 auf deutlich über 50 Prozent ansteigen, prophezeien die Marktforscher. VARs, Systemintegratoren und andere Channelplayer, die sich nicht mit einem Schrumpfkurs abfinden wollen, müssen sich also überlegen, wie sie auch bei Kunden, die auf die Cloud setzen, zu Einkünften kommen.
Eines der wichtigsten Channelprogramme diesbezüglich ist das des für einen Grossteil des Schweizer Channels wichtigsten Lieferanten HP. Der IT-Riese hat eben seine "Converged Cloud"-Strategie angekündigt. Deren Grundidee sollte ein weiterer Anlass für HP-Partner sein, sich verstärkt Gedanken über die Cloud zu machen: Unternehmen sollen, durch eine gemeinsame Grundarchitektur, Applikationen wesentlich einfacher als bisher von traditioneller Infrastruktur auf private oder öffentliche Cloud-Infrastrukturen verschieben können. Für Partner wird es damit umso wichtiger, in möglichst allen Cloud-Bereichen ihre Finger drin zu haben.
Mit der "Converged Cloud" sind zwar keine direkten Channel-Neuerungen verbunden. Robert Wigger, Country Manager der Abteilung Enterprise Servers, Storage and Networking und Rolf Herzog, "Cloud Champion" bei HP Schweiz glauben aber, dass sie die Ideen HPs zur Rolle des Channels in der Cloud für Partner noch wichtiger macht, als bisher, wie sie im Gespräch mit inside-channerls.ch erklärten. HP sehe zudem die Rolle der Partner als "sehr wichtig und fundamental" auch für den eigenen Erfolg mit der Converged Cloud-Idee.
Private Clouds vor Ort
HP teilt die zukünftige IT-Infrastrukturwelt in vier Bereiche ein: Traditionelle IT, Private Clouds, die vom Endkunden selbst betrieben werden und private Clouds, deren Betrieb ausgelagert wird sowie Public Clouds. Im Bereich der traditionellen IT geht gegenwärtig rund 70 Prozent des HP-Umsatzes über Partner. Zumindest im Bereich der "private Cloud" soll das auch ungefähr so bleiben, so Wigger und Herzog. Wigger betont, dass auch bei entsprechenden Installationen bei grösseren Kunden wie Swisscom oder Netrics Partner involviert waren. Für Systemintegratoren und VARs, die bei Projekten zum Aufbau von internen privaten Clouds dabei sein wollen, hat HP vor rund einem Jahr eine neue Zertifizierung eingeführt, das "Cloud Center of Excellence" (CCOE). Aktuell sei dies noch eine Zertifizierung, die vor allem grössere HP-Partner wie Bechtle, Leuchter, Steffen oder Wagner erlangt haben oder anstreben, im Prinzip stehe sie aber allen offen.
Ausgelagerte Private Clouds
Wenn Kunden den Betrieb von privaten Clouds auslagern wollen, müssen HP-Partner eine grundsätzliche Entscheidung treffen: Entweder, sie werden Reseller der Private-Cloud-Services, die HP seit rund einem Jahr in seinen drei Schweizer Rechenzentren anbietet, oder sie betreiben ein eigenes RZ. Auch beim Business mit von HP betriebenen "managed Private Clouds" sollen laut Wigger weitgehend Partner involviert bleiben: Der Partner kauft den enstprechenden Service bei HP, "veredelt" ihn und stellt ihn dann dem Kunden selbst in Rechnung.
Um Partner zu fördern, die selbst als Cloud-Provider auftreten und ein eigenes, auf HP-Infrastruktur basierendes RZ betreiben wollen, hat HP das "Cloud Agile"-Programm eingeführt. Kunden, die bereits eine Applikation auf einer eigenen HP-Cloud-Infrastruktur betreiben und an ein Auslagern denken, können damit, so Herzog, sozusagen "mit einem Knopfdruck" mögliche Provider sehen, und was deren Services kosten würden. Das funktioniert auch über Grenzen hinweg: Schweizer Provider werden damit ebenso für potentielle ausländische Kunden sichtbar, wie ausländische Provider für Schweizer Kunden. Um ein eigentliches Partnerprogramm handelt es sich hier übrigens nicht. Abgesehen von der Förderung ihrer Sichtbarkeit sind diese Provider für HP normale Infrastrukturkunden. An Einkünften aus ihren Services ist HP nicht beteiligt.
Ein Spezialfall in der managed Private Cloud von HP Schweiz sind die regionalen Softwarehersteller, welche die HP-Cloud nützen können, um ihre Applikationen den Kunden auch als Service übers Internet anzubieten. HP lockt Schweizer ISVs unter anderem mit der Möglichkeit, dass sie als Kunden auf der HP-Cloud ihre Services auch gegenseitig nutzen und verbinden können.
Public Cloud
Am unklarsten, auch bei HP, ist gegenwärtig noch die Rolle von Partnern bei "Public Cloud"-Services. HP will ab diesem Mai mit ersten Public-Cloud-Angeboten auf den Markt gehen.
Ein Partnerprogramm für diesen Bereich existiert noch nicht. Wie Herzog findet, sollten sich Partner aber trotzdem schon jetzt überlegen, die Public Cloud als Infrastruktur für ihre eigenen Service-Offerings zu verwenden, um ihre Kosten zu senken. In diesem Fall würden sie gegenüber HP allerdings als normale Kunden auftreten. Die "Marge" entsteht erst, wenn sie selbst ihre Rechnung an den Kunden schicken. (Hans Jörg Maron)

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