Digital First: Bern präsentiert seine kantonale ICT-Strategie

22. Januar 2021, 14:43
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Der Regierungsrat genehmigt die "ICT-Strategie 2021-2025". Die Kantonsverwaltung soll konsequent digital handeln, informieren und kommunizieren.

Mit seiner neuen "Strategie 2021-2025" setze der Kanton Bern den mit der letzten Strategie 2016 eingeschlagenen Weg konsequent fort, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung. Die gesamte ICT-Grundversorgung – Arbeitsplatz, Server, Netzwerk – sei zentralisiert und standardisiert worden. Nun soll die Informations- und Kommunikationstechnologie noch besser auf die Anforderungen der Fachbereiche ausgerichtet werden.
"Dabei macht sich die ICT 'Digital First' zum Anspruch, d.h. die Bereitstellungen von ICT-Lösungen, über welche die Kantonsverwaltung konsequent digital handelt, informiert und kommuniziert", so die Regierung im Vorwort zur Strategie (PDF). Neben dem "digitalen Primat" werden darin "Vernetzte ICT-Organisation" und "Mobiler und flexibler ICT-Arbeitsplatz" als Schwerpunkte definiert.

ICT-Organisationen sollen sich stärker vernetzen

"Digital First" bedeute, dass bei veränderten oder neuen ICT-Lösungen der digitale Kanal Priorität habe. Die ICT löse Fragestellungen zu verwaltungsweiten Querschnittsthemen (Datenmanagement, Architekturmanagement, Methodiken zur Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben). Nicht-digitale Kanäle würden nur parallel weitergeführt, wenn die Nutzung des digitalen Kanals nicht zumutbar ist.
Um die Zusammenarbeit und Spezialisierung besser zu ermöglichen, würden sich die ICT-Organisation untereinander und mit den Fachbereichen verstärkt vernetzen. ICT-Mitarbeitende sollen die Möglichkeit haben, "sich in die Breite und Tiefe zu entwickeln".
Drittes strategisches Ziel sei, dass die Arbeitsplätze der Kantonsangestellten flexibel und mobil sind, was eine ständige Weiterentwicklung der Technik bedinge.

Neue Labs für Automatisierung, KI und Machine Learning

Bern will auch ein "Process Automation Lab" aufbauen, in dem neue Technologien wie Robotic Process Automation und Process Mining zum Einsatz kommen. So sollen "niederschwellig relevante Anwendungsfälle von Fachämtern" bearbeitet und deren Automatisierung evaluiert werden.
Auch der Aufbau eines "Data Labs" ist geplant. Dort sollen "anspruchsvollere Ansätze wie z.B. Machine Learning oder künstliche Intelligenz zur Anwendung gelangen, um Zusammenhänge und Muster in den Daten zu erkennen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen", heisst es in der Strategie.
In der Kantonsverwaltung bestehe das Potenzial, verstärkt Applikationen gemeinsam zu nutzen. Dies gelte sowohl für Basis-Services wie E-ID, digitale Unterschrift und E-Payment wie auch für Plattformen (Workflow, E-Government). Diese Stossrichtung umfasse zwei Umsetzungsvorhaben: verwaltungsweite Applikations-Governance und die Umsetzung des ERP-Projekts (SAP-Einführung).

Externe Kosten von 10 Millionen und 6 Vollzeitstellen

Die Verantwortung für die Umsetzung der ICT-Strategie liegt bei der kantonalen Finanzdirektion respektive beim Strategischen ICT-Ausschuss des Kantons Bern. Der Kanton rechnet für die Umsetzung der Strategie mit externen Kosten von 8 bis 10 Millionen Franken.
Der Bedarf an internen personellen Ressourcen wird auf jährlich durchschnittlich sechs Vollzeitstellen während fünf Jahren geschätzt. Die Umsetzung könne mit dem bestehenden Personal bewältigt werden.

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