Ericsson ist unzufrieden und reorganisiert sich

21. April 2016 um 12:18
  • telco
  • ericsson
  • reorg
  • 5g
  • cloud
  • services
  • geschäftsleitung
image

Unter den Netzwerkausrüstern herrscht ein harter Konkurrenzkampf.

Unter den Netzwerkausrüstern herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Der schwedische Branchenprimus Ericsson muss jetzt unter Druck umbauen. "Wir sind unzufrieden mit dem Wachstum und der Profitabilität in den vergangenen Jahren", so CEO Hans Vestberg. Deshalb kommt es bei Ericsson zu weiteren Veränderungen. Von einem Stellenabbau ist derzeit nicht die Rede.
Per 1. Juli 2016 wird sich das Unternehmen in fünf Business-Einheiten und einer dedizierten Abteilung für Industry & Society organisiert haben. Das Netzwerk-Kerngeschäft wird in zwei Sparten weitergeführt: Network Products und Network Services. Ein Fokus in diesem Bereich liege beim Ausbau und Weiterentwicklung der 4G- und 5G-Technologien sowie dem Ausbau von Managed Services. Hinzu kommen zwei Geschäftseinheiten für das IT- und das Cloud-Geschäft: IT & Cloud Products und IT & Cloud Services. Gemeinsam mit der neuen Business Unit Media sieht Vestberg im IT- und Cloud-Geschäft Wachstumspotential. Mit der neuen Struktur werden acht neue Mitglieder ins Executive Team berufen. Gleichzeitig verlassen Executive VP Magnus Mandersson, Senior VP Jan Wäreby, CIO Anders Thulin und Head of Ericsson Asia-Pacific Mats Olsson das Unternehmen.
Die Umstrukturierung soll es dem Konzern einfacher machen, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Doch der Umbau kostet. Das Management veranschlagt dafür in diesem Jahr vier bis fünf Milliarden Kronen, umgerechnet bis zu 600 Millionen Franken. Zuvor war von drei bis vier Milliarden Kronen die Rede. Ericsson war in der Ausrüstung von IT- und Telekommunikationsnetzen bislang die Nummer eins. Mit dem milliardenschweren Kauf des französisch-amerikanischen Anbieters Alcatel-Lucent will der finnische Rivale Nokia Ericsson aber nun überholen. Zudem gibt es Druck von aggressiven chinesischen Konkurrenten wie Huawei und ZTE.
Rückläufige Profitabilität
Das bereits laufende Sparprogramm reicht Ericsson nicht mehr - bis 2017 sollten die Kosten im Vergleich mit 2014 ohnehin um jährlich neun Milliarden Kronen sinken. Im ersten Quartal rutschte der Ericsson-Umsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 52,2 Milliarden schwedische Kronen (6,3 Milliarden Franken) ab. Ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, hätte der Rückgang ein Prozent betragen.
Die Profitabilität ging trotz höherer Lizenz- und Patentgebühren überraschend zurück, die bei Ericsson vielbeachtete Bruttomarge sank um über zwei Prozentpunkte auf 33,3 Prozent. Da ist der um 45 Prozent auf 2,1 Milliarden Kronen gestiegene Gewinn nur ein schwacher Trost, denn im Vorjahr hatten vor allem Währungssicherungsgeschäfte das Ergebnis belastet. (sda/kjo)

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Pierre Savoy ist CEO von Yes-EU Switzerland

Der frühere SPIE-Schweiz-Chef leitet neu das Zuger Elektromobilitäts- und Energieunternehmen.

publiziert am 14.10.2026
image

Createq ernennt COO

Ivan Kun ist per sofort Chief Operating Officer des Unternehmens. Er übernimmt die Position, die CEO Michael Jaeggi im Frühjahr verliess.

publiziert am 23.9.2026
image

Zattoo ernennt neue CEO

Tina Rodriguez übernimmt dauerhaft die Führung von Zattoo. Sie hat den Schweizer TV-Streaming-Anbieter seit April interimistisch geleitet.

publiziert am 22.9.2026
image

Logobject regelt Nachfolge mit Co-CEO

Seit dem 1. September ist Robin Kaufmann Co-CEO und führt das Unternehmen während einer vierjährigen Übergangsphase gemeinsam mit Gründer Roberto Rossi.

publiziert am 2.9.2026