Freiburg und Bulle lancieren gemeinsames Smart-City-Projekt

10. März 2020, 16:01
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Die beiden Städte wollen das Verkehrsaufkommen, die Luftqualität und den Geräuschpegel mit einer eigenen Plattform analysieren.

Die Ballungsräume Bulle und Freiburg haben ein neues Smart-City-Projekt gestartet. Es handelt sich um eine Plattform, um den Verkehr zu visualisieren und basiert auf einem Lora-Netzwerk. Dies meldet die Zeitung 'La Liberte'.
“Ziel ist es, diesen beiden Städten, die mit einer erheblichen demografischen Entwicklung konfrontiert sind, dabei zu helfen, die Probleme des erhöhten Strassenverkehrs, des Lärms und der Luftqualität zu lösen. Wir werden daher ein smartes Netzwerk schaffen, das ihr gesamtes Gebiet abdeckt “, erklärt Jacques Robadey, Dozent für Telekommunikation an der Universität Freiburg für Ingenieurwesen und Architektur (HEIA-FR) und Projektleiter.
Um dieses Ziel zu erreichen werden in Freiburg vier Kreuzungen vollständig analysiert, in Bulle könnte eine mobile Installation der Plattform genutzt werden. Zum Einsatz kommen Kameras, welche Fahrzeuge, deren Geschwindigkeit und Entfernung messen sowie den Fahrzeugtyp identifizieren. Sensoren zur Messung des Geräuschpegels und der Luftverschmutzung vervollständigen die Datensammlung. "Die Lärm- und Verschmutzungs-Daten werden auch mit denen des Verkehrs verglichen und ermöglichen es, festzustellen, ob es Korrelationen gibt."
Bei der Auswertung der Daten werde eine historische und geografische Visualisierung angestrebt. "So können wir sehen, welcher Zeitraum des Jahres entscheidend ist, um die Verkehrslast an einer Kreuzung zu vergleichen, so Robadey zur Zeitung.
"Die Verkehrsüberwachung erfolgt anonym," erklärt er weiter.
Die Kosten des Projekts betragen 240'000 Franken, davon stammen 150'000 Franken aus der Regionalinitiative Nouvelle Politique régionale (NPR). Im Frühjahr soll mit den Realisierungsarbeiten begonnen werden, Ende 2021 werde die Plattform Ergebnisse liefern können. Dann kann man auch erkennen, ob die Plattform das Potential hat, auf den ganzen Kanton ausgeweitet zu werden.
Das Investment und der Bau der Plattform zusammen mit regionalen Partnern wird damit begründet, dass mit Smart-City-Projekten viele Fehler gemacht worden seien, sowie mit dem Willen zur Unabhängigkeit: Durch ein eigenes Messnetz werden Bulle und Freiburg unabhängig von Firmen sein, die diese Art von Daten verkaufen, schreibt 'La Liberté'.

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