HCL bringt neue Domino-Version auf den Markt

10. Juni 2021 um 14:21
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Seit der Übernahme hat HCL beherzt in die Domino/Notes-Produktsuite investiert. Worin? Und was sagt die User-Gruppe dazu? Wir haben nachgefragt.

2018 ging die Produktefamilie um Domino und Notes in die Hände von HCL. Unter dem neuen Besitzer wurde die Produktsuite stetig weiterentwickelt und nun hat HCL die neueste Version der Plattform für die Entwicklung von Unternehmensanwendungen angekündigt. Die Version 12 ist Cloud-nativ, Web- und Mobile-fähig und beinhaltet Low-Code-Fähigkeiten. Hinter 10 Millionen Apps im Business-Umfeld stecke Domino, so das Unternehmen.
Diese Applikationen sind nicht ganz einfach abzulösen, sagte Helmut Sproll, Vorstandsmitglied der Swiss Notes User Group (SNOUG) zu inside-channels.ch. "Wenn ein Unternehmen in eine Notes-Applikationslandschaft investiert hatte, ist deren Ablösung schwierig bis nahezu unmöglich und in jedem Fall mit erheblichen Kosten verbunden." So stünden Unternehmen am Ende mit zwei Landschaften da, die unterhalten werden müssten.
HCL habe dies als Chance erkannt und stark an den Integrationsmöglichkeiten von Notes/Domino gearbeitet, sagt Sproll.
Gleichzeitig sei Domino ziemlich umfassend modernisiert worden. Anwender könnten nun einerseits die E-Mail-Plattform ihrer Wahl nutzen, ohne die Integration in die bestehende Applikationslandschaft zu verlieren, andererseits biete sich Domino heute wieder als moderne Entwicklungsplattform an, so Sproll.

HR- und Legal-Teams sollen eigene Apps bauen

Auch seitens HCL warb man an einem Event dafür. Für CIOs sei die digitale Transformation eine der grössten Prioritäten, sagte Richard Jefts, Senior Vice President & Head of Digital Solution von HCL, an einer Medienkonferenz. Es gehe darum, Prozesse zu automatisieren und Kunden und Mitarbeitende zu befähigen. Hier kommt auch die Low-Code-Fähigkeit ins Spiel. Die Low-Code-Plattform Domino Volt wird laut Jefts auch HCL-intern genutzt. Beispielsweise würden die HR-Teams eigene Applikationen bauen, ohne dass sie dazu spezielle Kenntnisse benötigen. 
HCL wolle künftig noch mehr in den Bereich Kollaboration investieren. Man habe im vergangenen Jahr gesehen, dass gewisse Tools für die Zusammenarbeit unumgänglich seien.
Das Unternehmen wolle sich etwas anders positionieren als andere Anbieter. Die Konkurrenten, so Jefts, drängten ihre Kollaborationskunden in die Cloud – häufig in die eigene Cloud. Bei HCL sei dies nicht der Fall. Man unterstütze die Unternehmen beim Weg in die Cloud, wenn diese soweit seien. Die Version 12 könne in einer beliebigen Cloud sowie On-Premises oder in einer hybriden Umgebung betrieben werden. Auch liessen sich Backup und Recovery mit einer beliebigen Backup-Lösung realisieren.
Dies schätzen auch die User, wie deren Vertreter Sproll sagte. Man habe als Anwender eine echte Wahl, und das sei etwas, was nicht jeder Anbieter seinen Kunden zugestehe.

HCL könnte sichtbarer sein, findet User-Gruppe

Gegenüber inside-channels.ch erklärte Sproll, dass Anwender und Partner, die seit Jahren auf die ehemaligen IBM-Produkte setzen, zwar erfreut über die Entwicklung seit der Übernahme durch HCL seien. "Was uns aber wirklich fehlt, ist die Visibilität im Markt", so Sproll.
Da gebe es durchaus noch Luft nach oben, sagte denn auch Thomas Zeizel, Head of HCL Software DACH, an der Medienkonferenz. Es gebe Kampagnen und Marketingaktionen. Man investiere in die Region auch über Partner, so Zeizel.
Und wie sieht es mit weiteren Übernahmen aus? Immerhin prognostiziert der Marktforscher Gartner einen M&A-Boom mit neuen Rekordwerten im Jahr 2022.
Aktuell sei eine ausgezeichnete Zeit, um eine Firma zu verkaufen, sagte Darren Oberst, Corporate VP HCL Software. Die Bewertungen seien hoch. Aber das mache es natürlich für die Käuferseite weniger attraktiv.
HCL sei anorganisch stark gewachsen. Man habe fokussiert in bestimmte Bereiche und Produkte investiert und sei so aus "Muskelkraft" gewachsen, wie Oberst es nannte. 

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