IBM Rüschlikon treibt Tape-Speicherdichte in die Höhe

2. August 2017, 15:15
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Forscher von IBM Research in Rüschlikon haben in Zusammenarbeit mit Sony Storage Media Solutions einen neuen Rekord bei der Speicherdichte von Magnetbändern erzielt.

Forscher von IBM Research in Rüschlikon haben in Zusammenarbeit mit Sony Storage Media Solutions einen neuen Rekord bei der Speicherdichte von Magnetbändern erzielt. Den IBM-Leuten ist es gelungen, Daten mit einer Dichte von 201 Gigabit pro Quadratzoll (rund 6,45 cm²) zu schreiben. Auf eine Tape-Kassette herkömmlicher Grösse – also etwa so gross wie ein Handteller – könnten so laut IBM bis zu 330 Terabyte an Daten gespeichert werden. Das wäre etwa 20 Mal höher als die Kapazität heute kommerziell erhältlicher Tape-Systeme.
Tape-Speichersysteme, vor 15 Jahren noch allgegenwärtig, sind heutzutage nicht gerade ein Hype-Thema in der IT-Welt, und die Zahl der Anbieter ist klein geworden. IBM ist einer davon. Tapes werden weiterhin für Disaster-Recovery und insbesondere Archivierungszwecke eingesetzt. IBM glaubt sogar an eine "Renaissance" und neue Einsatzmöglichkeiten, unter anderem zur "kalten" Speicherung von selten gebrauchten Cloud-Daten.
Für ihren Rekord verwendeten die IBM-Forscher ein mit der sogenannten "sputtered magnetic tape"-Technologie hergestelltes Band. Dieses sei extrem glatt und die Magnetpartikel seien extrem fein verteilt. Um eine derartige Speicherdichte zu erzielen, schrieben die Forscher 246'000 Spuren auf das etwa 2,5 Zentimeter breite Band. Eine Spur ist also etwa 100 Nanometer breit. Der Schreib-Lesekopf ist 48 Nanometer breit und kann mit einer Genauigkeit von weniger als sieben Nanometern platziert werden. Er funktioniert nicht auf der Basis der klassischen elektromagnetischen Wechselwirkung, sondern verwendet einen Quanteneffekt, den magnetischen Tunnelwiderstand. Seine Signale werden laut IBM durch neue innovative Algorithmen interpretiert, die trotzdem eine sehr schnelle und zuverlässige Datendetektion erlauben.
Das IBM-Labor in Rüschlikon ist schon seit der Entwicklung der Rastertunnelmikroskopie in den frühen 80er-Jahren ein Zentrum zur Entwicklung von praktischen Anwendungen des Tunneleffekts. (hjm)

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