In Zürich können Baugesuche jetzt elektronisch eingereicht werden

3. Februar 2020 um 14:59
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In ersten Zürcher Gemeinden ist "eBaugesucheZH" nun im Einsatz. Die Plattform soll im ganzen Kanton eingeführt werden.

In den ersten acht Gemeinden im Kanton Zürich können Baugesuche ab sofort elektronisch eingereicht werden. Dies geschieht über die neu entwickelte Online-Plattform "eBaugesucheZH". Damit sei ein "wichtiges Digitalisierungsprojekt" im Kanton Zürich umgesetzt, wie die Baudirektion des Kantons schreibt.
Über die Plattform werde der Austausch der Baugesuchsdaten sowie die Kommunikation zwischen Gesuchstellenden, Gemeinden und der kantonalen Leitstelle für Baubewilligungen digital abgewickelt. Der Zuschlag für die technische Umsetzung von eBaugesucheZH ging 2017 an die Firma Gemdat Informatik mit Sitz in St. Gallen.
Den öffentlichen Betrieb aufgenommen hat eBaugesucheZH Anfang Februar 2020 in den acht Gemeinden Aesch, Aeugst am Albis, Dübendorf, Flurlingen, Ossingen, Pfäffikon, Richterswil und Schöfflisdorf. Weitere Gemeinden sollen in den nächsten Monaten hinzukommen. Vorgesehen sei, das Projekt im dritten Quartal 2020 mit rund 30 Gemeinden abzuschliessen und die Plattform im ganzen Kanton auszurollen.
Der Zugriff auf die Plattform erfolgt über ZHservices, die Transaktionsplattform für E-Government-Leistungen des Kantons Zürich. Die hinterlegte Prozesslogik steuere die Gesuchstellenden bei der Eingabe, abhängig davon, welche Felder sie ausfüllen. Für das Baugesuch relevante Daten aus dem geografischen Informationssystem (GIS) und dem Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) werden laut Mitteilung automatisch in das entsprechende Feld eingefüllt.

Rechtliche Rahmenbedingungen müssen angepasst werden

eBaugesucheZH erfülle zwar die technische Voraussetzung für den digitalen Baubewilligungsprozess, schreibt der Kanton weiter. Doch liessen die rechtlichen Rahmenbedingungen noch kein vollständig papierloses Baubewilligungsverfahren zu. Deshalb müssen Gesuchstellende Papierdossiers mit den Bauplänen ausdrucken und zusammen mit der handschriftlich signierten Eingabequittung bei der zuständigen Gemeinde physisch einreichen. Auch der Baurechtsentscheid wird noch zusätzlich auf dem Postweg zugestellt. Somit lasse sich ein Parallelbetrieb digitaler und analoger Prozesse nicht vermeiden. Um ein rein digitales Baudossier umsetzen zu können, sind neue Rechtsgrundlagen notwendig. Der Kanton Zürich habe die nächsten Schritte dazu eingeleitet.
14'500 Baugesuche werden im Kanton Zürich jährlich eingereicht, wovon rund 3300 durch den Kanton beurteilt werden. Im November 2015 hatte der Regierungsrat einen Kredit von 850'000 Franken für den Aufbau der elektronischen Lösung für Baugesuche gesprochen.

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