Infomaniak: "Wir wollen mit den US-Riesen konkurrieren"

3. Oktober 2019, 10:14
  • channel
  • infomaniak
  • hyperscaler
image

Infomaniak hat Grosses vor: Das Genfer Hosting-Unternehmen will neue Märkte erschliessen und zugleich die US-Tech-Riesen konkurrieren, wie CEO Boris Siegenthaler zu 'Le Temps' sagte.

Infomaniak hat Grosses vor: Das Genfer Hosting-Unternehmen will neue Märkte erschliessen und zugleich die US-Tech-Riesen konkurrieren, wie CEO Boris Siegenthaler zu 'Le Temps' sagte. Dazu werden zwei neue Rechenzentren gebaut. Ausserdem hat man in Genf einige neue Produkte in der Pipeline.
Im Oktober 2020 soll eine Bewilligung für ein drittes RZ im Kanton Genf beantragt werden. Zudem soll ein viertes entstehen, "wahrscheinlich an der Grenze zur deutschsprachigen Schweiz", hält Siegenthaler fest. Man nimmt aus Genf den deutschsprachigen Markt ins Visier.
Ganz neu ist das nicht: Im Winterthurer Technopark unterhält Infomaniak bereits ein Büro. Dass man den Deutschschweizer Markt aufmischen wolle, hatte der CEO bereits Ende 2017 gegenüber inside-channels.ch unterstrichen. Man plane nun zudem in den nächsten Monaten einen Hosting-Provider aus dem deutschsprachigen Raum zu übernehmen, so Siegenthaler zu 'Le Temps'.
Bislang stammen allerdings lediglich fünf Prozent der Kunden von Infomaniak aus der Deutschschweiz, während 90 Prozent aus der Westschweiz, Frankreich und Belgien ihre Leistungen beziehen.
Konkurrenz zu WeTransfer, Dropbox und Gmail
Neben ambitionierten Zielen im deutschsprachigen Raum soll auch Google und Co. die Stirn geboten werden. Die multinationalen Tech-Konzerne seien so mächtig wie Regierungen, sagt Siegenthaler, und er glaube, dass Kunden lokale Dienstleistungen nutzen wollten.
Dass die Hyperscaler ebenfalls RZ in der Schweiz errichtet haben, beunruhigt den Infomaniak-CEO nicht. Diese würden sich vor allem an Grossunternehmen richten, während seine Firme auf KMU abziele, mit denen letztes Jahr rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt wurden.
Nachdem die Genfer Anfang dieses Jahres mit Swiss Transfer bereits eine kostenlose Konkurrenz zu WeTransfer und Co. auf den Markt gebracht hatten, will man nun eine Alternative zu Google Drive und Dropbox lancieren. Das wurde ebenfalls bereits Ende 2017 angekündigt, als das noch rund 80-köpfige Unternehmen rund 40 neue Entwickler zu diesem Zweck suchte.
Heute zählt Infomaniak rund 130 Angestellte. Diese arbeiten laut Siegenthaler auch an einem Konkurrenz-Produkt zu Gmail und Microsofts Outlook, das Anfang 2020 lanciert werden soll.
Erst Ende September hat Infomaniak in Genf ein neues Büro auf 1600 Quadratmetern eingeweiht. Nach eigenen Angaben hat man 2018 rund 20 Millionen Franken umgesetzt und etwa 90 Prozent des nicht bezifferten Gewinns in Forschung und Entwicklung investiert. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Alltron: Hersteller garantieren keine Stückzahlen, Verfügbarkeit verschärft sich weiter

Andrej Golob, seit über einem Jahr CEO bei Alltron, spricht im Interview über die anstehenden Herausforderungen für Distis und seine ehrgeizigen Pläne in der Romandie.

publiziert am 20.5.2022
image

Telco-Branche gibt sich für die Replay-TV-Verrechnung mehr Zeit

In einer gemeinsamen Branchenvereinbarung geben sich die Telcos mehr Zeit, damit Replay-TV für die Provider nicht schon bald viel teurer wird. Doch die Umsetzung ist komplex.

publiziert am 20.5.2022
image

In der Schweiz geht IT-Novum in Allgeier auf

Hierzulande verschwinden die Marke und das Firmenkonstrukt des im letzten Jahr von Allgeier gekauften Open-Source-Spezialisten. IT-Novum Deutschland und Österreich sind nicht betroffen.

publiziert am 19.5.2022
image

Softwareone: Solutions und Services legen wieder deutlich zu

Der Stanser Softwarelizenzhändler ist mit einem um fast 15% gesteigerten Bruttogewinn ins neue Jahr gestartet. Treiber waren Cloud-Services und Zukäufe.

publiziert am 19.5.2022