Informatik-Stifte wollen Weiterbildung und sichere Arbeitsplätze

13. Juli 2017, 15:10
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Das hört man gern: Die überwiegende Mehrheit – 86 Prozent – der Informatik- und Mediamatik-Lernenden fühlt sich wohl im Lehrbetrieb und ähnlich viele sind in der Schulklasse ebenso zufrieden.

Das hört man gern: Die überwiegende Mehrheit – 86 Prozent – der Informatik- und Mediamatik-Lernenden fühlt sich wohl im Lehrbetrieb und ähnlich viele sind in der Schulklasse ebenso zufrieden. Dies ist ein Ergebnis der Lehrabgänger-Befragung 2017 des zuständigen Verbands ICT-Berufsbildung Schweiz.
Die Jugendlichen erteilen nicht nur ihren Lehrbetrieben gute Noten. Sie wollen grossmehrheitlich auch Informatiker, beziehungsweise Mediamatiker bleiben. Nur 17 Prozent finden, sie hätten eine falsche Berufswahl getroffen. Diese ziehen mehrheitlich auch die Konsequenzen und wollen wechseln.
87 Prozent der Lehrabgänger können die Lehre prinzipiell auch weiterempfehlen.
Wohin die Informatikkarriere der Abgänger beruflich geht, ist für die meisten noch offen. 30 Prozent haben eine befristete oder unbefristete Stelle, viele wollen eine Weiterbildung machen. "ICT-Lehrabgänger ruhen sich nicht aus", bilanziert der Verband basierend darauf, dass 78 Prozent Pläne für eine Weiterbildung in den nächsten zwei, drei Jahren schmieden. Der Gang an eine Fachhochschule Richtung Informatik ist weitaus am populärsten, gefolgt von produktspezifischen Fachkursen wie Microsoft, Cisco oder ähnlichen Weiterbildungen.
Der Verband hat auch gefragt, welche Kriterien für Nachwuchskräfte über die Wahl eines Arbeitgebers entscheiden. Ergebnis: Ein sicherer Arbeitsplatz und flexible Arbeitszeiten sind für einen Grossteil der Absolventen am wichtigsten. Kreativ arbeiten, flache Hierarchien und viel Verantwortung übernehmen zu können, motiviert viel weniger.
Können Arbeitgeber die Lohnwünsche erfüllen?
Und welchen Lohn erwarten frisch gebackene Informatiker nun? Arbeitgeber, nun wird's ein bisschen stressig: Rund 65'000 Franken avisiert ein Applikationsentwickler nämlich. Die Realität ist laut den aktuellsten Salärumfrage-Zahlen des Verbands SwissICT allerdings eine andere: 57'600 Franken zahlen Firmen im Median einem Lehrabgänger ohne BMS. Mit BMS-Abschluss können sie auch nicht 65'000 erwarten, sondern nur 60'000.
821 von 2'400 Jugendlichen, die im Juli ihre Lehre in der Informatik und Mediamatik abschliessen, haben an der Umfrage teilgenommen. Die vollständige Auswertung kann man bei ICT-Berufsbildung Schweiz herunterladen (PDF). (mag)

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