Informatiker klaute Daten des Geheimdienstes

27. September 2012 um 14:08
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Der Nachrichtendienst des Bundes ist vor wenigen Monaten Opfer eines Datenklaus geworden. Einmal mehr soll der Täter ein Informatiker gewesen sein.

Der Nachrichtendienst des Bundes ist vor wenigen Monaten Opfer eines Datenklaus geworden. Einmal mehr soll der Täter ein Informatiker gewesen sein.
Gestern hat das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in einer knappen Mitteilung über einen Datendiebstahl im Nachrichtendienst des Bundes (NDB) informiert. Demnach konnten die im Frühsommer 2012 von einem Mitarbeiter entwendeten Daten durch die zuständigen Behörden "vollumfänglich sichergestellt und eine Weitergabe verhindert werden", so die Mitteilung. Gegen den Mitarbeiter sei sofort bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige erhoben worden. Der NDB habe aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse "weitere Massnahmen" getroffen, um einen Missbrauch der Daten zu verhindern. Offenbar war das VBS erst kürzlich mit entsprechenden Recherchen der 'SonntagsZeitung' konfrontiert worden, wie diese gestern auf ihrer Website schrieb.
Festplatte im Rucksack
Heute sind nun nach einer Medienkonferenz der Bundesanwaltschaft weitere Einzelheiten ans Licht gekommen. So soll es sich beim beschuldigten Mitarbeiter um einen Informatiker handeln, der laut '20 Minuten'. Der Informatiker wollte die Daten offenbar ursprünglich ins Ausland verkaufen.
Besonders schwierig war der Datenklau für den Informatiker nicht, denn er war befugt, die Daten zu bearbeiten. Ausserdem sagte Bulletti gemäss '20 Minuten' zutreffend: "Es ist nichts besonderes, wenn ein Informatiker mit einer Festplatte im Rucksack herumläuft." Der Mann befindet sich bereits seit dem 5. Juli auf freiem Fuss.
Nicht der erste Fall
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Informatiker sensible Daten mitgehen lässt. Im Fall der zahlreichen Datendiebstähle bei den Banken in den letzten Jahren stand oft ein Informatiker im Fokus - so etwa bei der LGT in Liechtenstein, bei der Bank HSBC in Genf und jüngst offenbar auch bei Julius Bär. Am Anfang der Affäre um Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand stand ebenfalls eine Indiskretion eines Informatikers. (mim)

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