Internet Explorer: "Extrem kritisches" Loch wird auch ausgenützt

27. März 2006, 12:17
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Microsoft bringt Patch voraussichtlich erst am 11. April.

Microsoft bringt Patch voraussichtlich erst am 11. April.
Oft sind die vielen Sicherheitslecks, die dauernd entdeckt werden, etwas theoretischer Natur, da kein Angreifer sie ausnutzt. Beim dem aktuellen sehr schwerwiegenden Sicherheitsloch in Microsofts Internet Explorer, über das wir am Freitag berichteten, ist das aber anders: Das Security-Unternehmen Websense hat bis gestern bereits über 200 Websites entdeckt, die versuchen, über das gesagte Leck Schadprogramme auf die Rechner von Usern zu laden. Bei der bisher gefundenen Malware handelt es sich um Spyware, Backdoorprogramme, Bots und andere.
Die Zahl der gefährlichen Sites dürfte auch in den nächsten Tagen noch schnell zunehmen, da Softwarebausteine, die böswillige Siteadministratoren einfach in ihre Sites einbauen können, um das Loch auszunützen (sogenanter Exploit Code), in den einschlägigen Kreisen kursiert.
Als Vorsichtsmassnahme empfiehlt es sich weiterhin – falls man nicht temporär auf einen anderen Browser umsteigen will – in den Sicherheitseinstellungen des Internet Explorers Active Scripting für die Internetzone zu deaktivieren (Unter Extras/Internetoptionen/Sicherheit/Stufe anpassen…). Damit nimmt man allerdings in Kauf, dass viele Sites und Internetservices, die auf Java basieren, nicht mehr richtig funktionieren. Ebenfalls ziemlich sicher dürfte man sein, wenn man nur bekannte und vertrauenswürdige Websites ansurft. Allerdings gibt es auch Berichte, wonach man auch so nicht völlig sicher sein könne. Wenn Hacker einen Webserver erfolgreich knacken, so die Spekulationen, könnten auch die Sites nichts ahnender Betreiber mit Exploits infiziert werden.
Einige Tage wir man als IE-Benutzer wohl noch mit dieser Unsicherheit leben müssen. Microsoft arbeitet an einem Patch. Dieser wird aber nach dem gegenwärtigen Stand der Planung erst mit zusammen mit den nächsten monatlichen Security-Updates am 11. April verfügbar. (Hans Jörg Maron)

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