Kanton Graubünden startet Covid-Web-App "Covent" für Veranstaltungen

23. April 2021, 11:43
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Die App und ein Covid-Testsystem sollen grössere Veranstaltungen ermöglichen. Entwickelt wird Covent in Chur im Auftrag der Medtech-Firma Dräger.

Der Kanton Graubünden unterstützt ein Pilotprojekt aus der Privatwirtschaft, welches die sichere Durchführung von Veranstaltungen in Corona-Zeiten ermöglichen soll. Das "Covent" genannte System setzt auf eine Verbindung der Resultate von Corona-Schnelltests mit der Identität der getesteten Person.
Das Testsystem soll sicherstellen, das an Veranstaltungen keine mit Corona infizierten Personen teilnehmen. Der Kanton wolle das Projekt insbesondere bei den Rahmenbedingungen unterstützen, sagte Martin Bühler, Chef des kantonalen Führungsstabes, in Chur vor den Medien. Das Vorhaben sei zwar ein rein privates, man wolle es aber ausprobieren.

Skipp und Milkbook programmieren die Applikation

Hinter dem Projekt stehen die Bündner Agentur Skipp Communications und der Schweizer Ableger der Medtech-Firma Dräger aus dem deutschen Lübeck. Auf deren Corona-Schnelltest basiert das Testsystem. Im Auftrag und finanziert von Dräger wird in Graubünden die Software-Lösung Covent entwickelt. Covent sei eine Teamarbeit zwischen Dräger und Skipp, heisst es auf der Website. Die Programmierung werde von Skipp und Milkbook aus Chur durchgeführt. Milkbook entwickelt sonst die gleichnamige Unternehmens-Software.
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Grafik: Covent
Die Grundidee bei Covent ist, Corona-Testresultate einerseits sehr schnell bereit zu stellen. Andererseits sollen sie fälschungssicher an die Identität der Getesteten gekoppelt werden. Die Daten seien verschlüsselt und vor nicht berechtigten Zugriffen geschützt. Ausserdem würden Daten fürs Monitoring entsprechend anonymisiert.
Veranstaltungsbesucher müssen sich zuerst mit Identitätskarte oder Pass auf der Covent-Plattform registrieren. Danach absolvieren sie einen Antigen-Schnelltest in einer Covent-Station. Diese Teststationen sollen in Apotheken stehen aber auch temporär am Veranstaltungsort.
Beim Test wird die Identität der Getesteten erneut geprüft. Nach einer halben Stunde liege das Testergebnis vor und erscheint auf dem Handy der Testperson. Beim Einlass vor Ort weist der Besucher das Resultat vor. Dieses wird gescannt und einmal mehr mit der Identität abgeglichen.
Covent sei auch für andere Covid-Tests als diejenigen von Dräger offen, so die Website. Diese müssten jedoch gewisse Standards erfüllen, damit sie ins System aufgenommen und aktiviert werden können. Covent sei offen, validierte Schnelltests im System aufzunehmen.

Erste Testveranstaltungen mit 300 Personen ab Mai

Der Plan ist, mit dem Testsystem bereits im Mai in Graubünden Gemeindeversammlungen mit bis zu 300 Personen durchzuführen. Die dafür noch nötigen Entscheidungen könnten vom Kanton getroffen werden, erklärte Bühler. Weitere Schritte bei der Einführung von Covent würden jedoch von der Covid-Verordnung des Bundes abhängen.
Auch im Mai möchte Covent eine dreitägige Pilotveranstaltung mit insgesamt 1000 Personen durchführen. Weitere Veranstaltungen sollen im Juni folgen. Und im Juli ist die Zusammenarbeit mit dem drei Wochen dauernden Festival da Jazz im Oberengadin vorgesehen.
Vom Bund erlaubt ist das alles vorerst nicht. "Wir wollen das System aber bereit haben, sobald die nächste Öffnungsstufe kommt", sagte der Covent-Verantwortliche Ivo Frei. Die Schweiz solle dann eine Lösung haben – selbst für Anlässe mit mehreren zehntausend Personen. Covent soll ab dem 3. Mai einsatzfähig sein. Die Entwickler erklären, Ziel sei, das System in der ganzen Schweiz einzusetzen und zu verbreiten.

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