"Kinderschutz"-Apps: Datenschutz wie im Wilden Westen

1. Februar 2021 um 15:00
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Daten werden ohne Wissen der Nutzer gesammelt und weitergegeben, sagen Forscher der ETH Lausanne.

Kinderschutz-Apps sollen Eltern eigentlich bei der Kontrolle ihrer Kinder im digitalen Raum unterstützen, indem sie beispielsweise die Zeit einschränken, während derer die Kinder im Internet surfen, Telefonieren oder Nachrichten schreiben dürfen. Viele dieser Apps geben aber private Daten ohne Zustimmung des Nutzers weiter, wie Forschende herausgefunden haben. In den Datenschutzerklärungen stehe davon meistens nichts, so dass es an Transparenz und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften mangle.
Das Forschungsteam aus Spanien und Lausanne hat 46 solcher Apps von 43 Entwicklern unter die Lupe genommen, wie die ETH Lausanne (EPFL) mitteilte. Zusammengenommen seien diese Apps mehr als 20 Millionen Mal vom Google Play Store heruntergeladen worden.
Demnach legen nur gerade 11% dieser Apps transparent offen, wie sie mit personenbezogenen Daten umgehen. 34% sammeln und versenden solche Informationen dagegen ohne entsprechende Zustimmung des Nutzers. 72% der Apps geben Daten an Dritte weiter, einschliesslich Online-Werbediensten, ohne dies in den Datenschutzerklärungen zu erwähnen. Das berichten die Forschenden im Fachmagazin 'Proceedings on Privacy Enhancing Technologies'.
"Wenn es Apps erlaubt sein soll, Kinder zu überwachen, sollten sie wahrscheinlich viel strenger kontrolliert werden, als es derzeit der Fall ist", sagte die Mitautorin und EPFL-Forscherin Carmela Troncoso, die sich gemäss der Mitteilung überrascht über die Studienergebnisse zeigte. Denn derzeit gleiche die Kinderschutz-App-Landschaft eher dem Wilden Westen.

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