Libra: Frankreich will Währung in Europa nicht zulassen

12. September 2019, 12:35
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Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire gibt der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra derzeit keine Chancen auf Genehmigung in Europa.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire gibt der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra derzeit keine Chancen auf Genehmigung in Europa. Zur Begründung verwies Le Maire auf eine Reihe von Problemen.
So gebe es sowohl Gefahren für das Finanzsystem und die staatliche Souveränität als auch das Risiko eines Missbrauchs der Marktmacht, sagte er. "Alle diese Bedenken zu Libra sind ernsthaft. Ich will daher in aller Klarheit sagen: Unter diesen Umständen können wir die Entwicklung von Libra auf europäischem Boden nicht zulassen", betonte Le Maire.
Facebook will Libra in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an den Start bringen. Weltweit haben Notenbanken, Aufseher und Politiker starke Vorbehalte gegen derartige Kryptowährungen. Im Juli forderte die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7), dass Digitalwährungen den höchsten Aufsichtsstandards genügen müssen und die Stabilität des Finanzsystems nicht gefährden dürfen.
"Es gibt Risiken und Chancen"
In der Schweiz sind ebenfalls Bedenken vorhanden, aber die aktuelle Position ist offener und optimistischer, von Verboten ist nicht die Rede. Nationalbankpräsident Thomas Jordan sagte kürzlich, Libra könne die Geldpolitik auf die Probe stellen. Mit Bankeinlagen vergleichbares "Digitalgeld" müsse die gleichen Spielregeln erfüllen wie herkömmliche Einlagen bei den Banken. Dabei stünde der Grundsatz im Vordergrund, die Tätigkeit und nicht die Technologie zu regulieren.
Ins gleiche Horn stösst Finma-Direktor Mark Branson in einem 'NZZ'-Interview. "Kryptowährungen sind eine Herausforderung für die Bekämpfung der Geldwäscherei. Es ist wichtig, dass diese Währungen nicht zu einem Missbrauch des Finanzsystems führen. Deshalb zielt unser Ansatz darauf ab, die Kryptowelt bezüglich Geldwäscherei gleich stark zu regulieren wie die herkömmliche Finanzwelt. Unsere Anforderungen hier zählen weltweit zu den strengsten. Gleichzeitig können die neuen Technologien auch Vorteile bringen bei der Bekämpfung der Geldwäscherei. Etwa wenn die Rückverfolgung von Transaktionen lückenlos verfügbar wird. Es gibt also Risiken und Chancen." (mag/Keystone-sda)

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