Microsoft Dynamics: Keine Neuigkeiten als gute Neuigkeiten

29. März 2006, 10:02
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Microsoft bleibt bei seiner Roadmap für Navision, Axapta, Great Plains und Co.

Microsoft bleibt bei seiner Roadmap für Navision, Axapta, Great Plains und Co.
In den letzten Jahren erwarteten Kunden und Partnern von Microsoft Business Solutions die "Convergence"-Kundenkonferenz jeweils mit einem gewissen Bangen: Microsoft verkündete dort mit grosser Regelmässigkeit seine neuste grosse Strategieänderung. "Es gab eine Menge Verunsicherung", gab dieses Jahr auch der Marketingchef von Microsoft Dynamics, James Utzschneider, gegenüber 'News.com' offen zu. Kunden seien jeweils unsicher gewesen, wohin Microsofts Langzeitstrategie führen würde und befürchteten, dass dieses Mal vielleicht gerade ihre Produktelinie aufs Abstellgleis geschoben würde.
Die Microsoft-"Überraschung" dieses Jahr: Es gab keine Überraschungen an der Konferenz in Dallas, die gestern endete. Für Utzschneider ist das absolut positiv: "Wir haben einfach das geschafft, was wir versprochen haben."
Schon Bill Gates beruhigte in seiner Eröffnungsansprache die Anwesenden, dass trotz den Verzögerungen bei Windows und Office der Fahrplan bei den Business-Applikationen von Microsoft unverändert sei. Weiterhin sollen also innerhalb der nächsetn 12 Monate grössere neue Updates aller vier Produktelinien im ERP-Bereich, Axapta, Great Plains, Navision und Solomon, erscheinen: Dynamics AX 4.0 im Juni, Dynamics GP 10.0 und Dynamics SL 7.0 in der zweiten Hälfte 2006 und Dynamics NAV 5.0 im ersten Quartal 2007. Die nächste Update-Serie soll dann 2008 und 2009 folgen.
Auch die grundlegende Produktestrategie bleibt gleich: Fernziel ist zwar immer noch eine gemeinsame Codebasis, vorerst steht aber eine Vereinheitlichung der Benutzererfahrung durch eine durchgängig an Office angelehnte Benutzeroberfläche und gemeinsame Komponenten im Vordergrund.
Das grosse Püree
Ein Stichwort, das Gates zur Microsoft-Strategie nannte, war "Mashup", ein neuenglisches Wort, dass man schlicht als "Püree" übersetzen könnte. Microsoft versucht, die Unterschiede zwischen den traditionellen Office-Anwendungen und den höheren Applikationen zum verschwinden zu bringen. Vor allem der Übergang vom einen zum anderen soll dem User vereinfacht werden, indem Features, die ihm von Office und Vista her bekannt sind auch im ERP auftauchen.
Weitere Grenzen, die Microsoft zum Verschwimmen bringen möchte, sind die zwischen den Arten, wie ein Kunde seine Software bezieht. Microsoft will hier einerseits alle Varianten anbieten: Der Kunde soll je nach Wunsch und Ansprüchen die Möglichkeit haben, eine Applikation bei sich selbst zu installieren und sie zu betreiben, die gleiche Applikation von einem Partner hosten zu lassen oder sie als "Service" über Internet zu beziehen. Und auch hier wird es gemäss Microsoft in der Zukunft zu Mischformen kommen: Anwender werden – ohne dass sie das selber bei der täglichen Arbeit gross mitbekommen – einen Teil der Software bei sich installiert haben und andere Teile übers Internet beziehen, zum Beispiel auch Plug-Ins oder Zusatzmodule zur ERP-Software, die von Partnern programmiert wurden. (Hans Jörg Maron)

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