Eine Auswertung zeigt, welche mobilen Bezahldienste hierzulande verfügbar und im Einsatz sind.
Im Verlauf von nur einem Jahr haben sich mobile Payment-Lösung in der Schweiz rasant verbreitet. Das konstatiert eine Auswertung des Vergleichsportals moneyland.ch. Demnach bot bis im April 2019 noch keine der 8 grossen Schweizer Banken UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank, Postfinance, Valiant Bank, Migros Bank und Bank Cler Apple Pay, Google Pay und/oder Samsung Pay an.
Das habe sich inzwischen drastisch geändert: "Die Kreditkarten und Prepaidkarten von fast allen Schweizer Banken unterstützen nun endlich die modernen Smartphone-Bezahlsysteme Apple Pay, Samsung Pay und Google Pay", so der Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch.
Konkret stellt sich die aktuelle Situation laut dem Vergleich so dar, dass bereits von 38% der Befragten Twint gelegentlich genutzt wird. Die Lösung liegt damit weit vor Apple Pay, das erst 10% ab und zu verwenden, und vor Google Pay (9%) und Samsung Pay (7%). Nicht anders sehe es bei der häufigen Nutzung aus: 7% nutzen Twint oft, 3% Apple Pay und je 2% Google Pay und Samsung Pay, so der Vergleich.
Twint wird in der Liste nicht erwähnt, weil die Schweizer Bezahllösung etwas anders als Apple Pay & Co funktioniert.
Begründet wird die anfängliche Zurückhaltung damit, dass viele Schweizer Banken im Kampf um Kunden die Konkurrenz der Weltkonzerne fürchteten. So habe man sich zunächst auf die Schweizer Bezahllösung Twint fokussiert. Diese Zeiten seien nun aber vorbei. Allein Postfinance spreche sich noch gegen die internationalen mobilen Bezahlmittel aus und setze weiter nur auf Twint.
Denn mittlerweile seien die Schweizer Banken der Ansicht, dass sie ohne Apple, Google und Samsung Pay schlechter fahren als mit, heisst es weiter. Ausserdem würden Neobanken wie die Schweizer Zak (Bank Cler) und Neon sowie die britischen Revolut und Transferwise den hiesigen Banken "zurzeit grösseres Bauchweh" als die digitalen Riesen machen.
Bei den 4 sogenannten Smartphone-Banken unterstützt übrigens bisher nur Zak mit den von Cornèrcard herausgegebenen Karten sowohl die Payment-Lösung von Apple, Google und Samsung. Bei Revolut und Transferwise kann mit Apple Pay und Google Pay, nicht jedoch mit Samsung Pay bezahlen. Und das "Schweizer Startup Neon schliesslich bietet seinen Kunden neu auch Samsung Pay an", so Beyeler.