Nationales Portal für Behörden-Dienst­leistungen ist online

6. November 2017 um 15:41
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Bund, Kantone und Wirtschaft lancieren das Portal EasyGov.swiss. Gebaut hat es Elca.

Der Bund will Schweizer Unternehmern den administrativen Stress mit den Behörden lindern. Über ein nationales Onlineportal sollen sie die wichtigsten Behördengeschäfte künftig effizienter abwickeln können. Eine erste Version ist seit Montag online.
Zusammen mit Vertretern aus den Kantonen und der Wirtschaft lancierte Bundesrat Johann Schneider-Ammann heute in Bern die erste Version EasyGov.swiss 1.0.
Gebaut hat das Portal Elca, wie aus einem auf Simap publizierten Zuschlag in Höhe von 4,5 Millionen Franken hervorgeht. Laut der Ausschreibung ist Elca Informatik der Entwicklungspartner der Version 1.0 in der Zeit von Anfang 2016 bis zum zweiten Quartal 2017. Neben der Konzipierung und Entwicklung verantwortete Elca die Einführung und hat den Support und die Weiterentwicklung über die nächsten zehn Jahre sicherzustellen.

Portal soll "One-Stop-Shop" sein

Das neue Portal ist ein zentraler Bestandteil der Standortförderung des Bundes. Damit soll die bürokratische Belastung der Unternehmen spürbar reduziert werden, bekräftigte der Bundesrat.
Die Plattform funktioniert nach dem "One-Stop-Shop"-Prinzip. Demnach sollen alle notwendigen bürokratischen Schritte an einer einzigen Stelle durchgeführt werden können. So werden beispielsweise bei einer Firmengründung nach Eingabe der Firmendaten automatisch die erforderlichen Dokumente in PDF-Format generiert. Dazu gehören die Anmeldeformulare für den Handelsregistereintrag, die Mehrwertsteuer, die AHV oder die Unfallversicherung. Wer einen elektronischen Identitätsnachweis SuisseID besitzt, kann die Dokumente anschliessend direkt online einschicken.
Ziel sei es, die Behördengeschäfte zu bündeln und die Daten auf Bund-, Kantons- und Gemeindeebene zu vernetzen, sagte der Bundesrat. Mit dem elektronischen Schalter könnten Geschäfte zudem rund um die Uhr durchgeführt werden. Das spare Zeit und Aufwand.

Portal soll laufend erweitert werden

Das neue Internetportal EasyGov.swiss ist eine Erweiterung des Gründer-Portals Startbiz, das es schon seit 2004 gibt und vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco betrieben wird.
Mit dem neuen Modell EasyGov.swiss sollen nun auch bestehende Unternehmen bedient werden, sagte der Seco-Ressortleiter für KMU-Politik, Martin Godel. So können aktuell neben den Diensten rund um die Firmengründung Handelsregister-Mutationen oder Mehrwertsteuer-Transaktionen vorgenommen werden.
Weitere Dienste sollen laufend integriert werden. Derzeit angedacht seien beispielsweise Geschäfte rund um den Markenschutz oder das Betreibungsregister. Ziel ist es, dass Firmen bis Ende 2019 die am meisten nachgefragten Behördengänge über den Online-Schalter können erledigen können.

Hohes Sparpotenzial

Eine Unternehmensgründung ist in der Schweiz derzeit mit viel Aufwand verbunden. Laut Schneider-Amman braucht es dazu 14 Bewilligungen bei 14 unterschiedlichen Behörden. Das Ganze dauere 14 Monate. Zum Vergleich: In Shanghai seien die Bewilligungen bereits innert zwei Monaten erhältlich.
Deshalb sollen nun auf einem Internetportal alle Behördengänge gleichzeitig durchgeführt werden können. Das begrüsst auch der Präsident des Gewerbeverbandes (SGV), Jean-François Rime. Die Bürokratie binde viele Ressourcen bei den kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU). Mit einem zentralisierten System könne viel Zeit gespart und die Produktivität der Firmen deutlich gesteigert werden. (sda/kjo)

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