Open Banking Project lanciert API-Standard für die Schweiz

20. Dezember 2019 um 15:13
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Eine Reihe renommierter Softwareanbieter einigen sich auf einen ersten Standard für die technologische Öffnung des Bankgeschäfts.

Eine Reihe von Schweizer Fintechs einigen sich auf einen ersten Standard für die technologische Öffnung des Bankgeschäfts.
In Europa fordert die zweite Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) die Banken zur Öffnung ihrer Banksysteme auf. In der Schweiz fehlten eine entsprechende Regulierung und ein etablierter, technologischer Standard. Diese Lücke soll nun das "Open Banking Project" füllen, wie aus einer Mitteilung der Initianten hervorgeht.
Das Open Banking Project wurde im Februar 2019 als Netzwerk zur Förderung der Open-Banking-Entwicklung in der Schweiz gegründet. Zu den Gründern gehören die Core-Banking-Hersteller und -Betreiber Finnova, Hypothekarbank Lenzburg (Finstar) und DXC Technology (IBIS), der Softwarehersteller Ergon, das Beratungs- und Forschungsunternehmen Business Engineering Institute St. Gallen sowie die Universität Bern. Im September 2019 ist zudem Avaloq dem Projekt beigetreten.
Nun geben die Initianten die Lancierung einer ersten Schnittstelle bekannt. Dabei handelt es sich um die "Swiss NextGen API" für den Abruf von Kontoinformationen und für die Initiierung von Zahlungsaufträgen gemäss den in der Schweiz gültigen Spezifikationen. Als Basis diene der offene Industriestandard NextGenPSD2 der europäischen Standardisierungsinitiative Berlin Group, so die Mitteilung. Aufbauend auf der Swiss NextGen API könnten Schweizer Unternehmen und insbesondere auch Banken für ihre Kunden neue Angebote schaffen.
In den kommenden Monaten wollen die Partnerunternehmen weitere API-Standards im Finanz-Bereich auswählen und für die Schweiz adaptieren. Gegenüber inside-it.ch nennt Simon Bleher, Projektleiter der Initiative und Senior Consultant beim Business Engineering Institute, Wertschriften, Kredite oder das Onboarding als mögliche Bereiche.
Ziel sei es nicht, , eine operative API-Plattform aufzubauen und diese zu monetarisieren, führt Bleher in einem kurzen Telefongespräch aus. Man wolle eine gemeinsame technologische Basis und Wissensplattform schaffen, die von Banken, Fintechs, Kernbanken- und weiteren Softwareherstellern genutzt werden könne.
In der Schweiz gibt es auch von SIX Bemühungen, APIs im Banking-Bereich zu standardisieren. Die "Swiss Corporate API" von SIX soll zu einem zentralen Hub für Programmier-Schnittstellen zwischen Banken und Drittanbietern werden. Mit den Grossbanken UBS und CS sind gewichtige Projektpartner an Bord.
Als einen Unterschied zum SIX-Projekt und dem Open Banking Projekt nennt Bleher den Fokus von SIX auf Unternehmen und KMU. Im Open Banking Projekt gehe es auch um die Privatkunden, etwa für die Zahlungs-Initiierung und direkte -Freigabe. Im Gespräch betont er ausserdem die weite Verbreitung von NextGenPSD2 in Europa und den Open-Source-Ansatz: die Berlin Group stelle NextGenPSD2 unter einer Creative Commons 4.0 Attribution License zur Verfügung, was Anpassungen und die Weiterverwendung ermögliche. Diesen Ansatz verfolgt auch das Open Banking Projekt und eine Mitwirkung stehe weiteren Unternehmen offen. (kjo)

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