Preisüberwacher nimmt Franken-Preise der Software-Multis unter die Lupe

19. April 2012 um 09:38
  • channel
  • software
  • apple
  • microsoft
  • adobe
  • sap
image

Stefan Meierhans in Kontakt mit Software-Konzernen wie SAP, Microsoft und Adobe über ihre Franken-Preise. Auch Apple steht seit längerem im Visier von "Monsieur Prix".

Stefan Meierhans in Kontakt mit Software-Konzernen wie SAP, Microsoft und Adobe über ihre Franken-Preise. Auch Apple steht seit längerem im Visier von "Monsieur Prix".
Die Frankenstärke und die Euroschwäche haben letztes Jahr für reichlich Arbeit gesorgt im Büro des Preisüberwachers in Bern. Über 2600 sogenannte Bürgermeldungen bekamen Stefan Meierhans und seine Kollegen, wobei insbesondere die Nichtweitergabe von Wechselkursvorteilen beanstandet wurde. Praktisch jede Branche, die Ware oder Dienstleistungen in die Schweiz importiert, steht im Visier des Preisüberwachers - auch die Softwareindustrie.
Genau genommen geht es um amerikanische oder europäische Software-Konzerne, welche die Schweizer Preise trotz Frankenstärke kaum oder gar nicht angepasst haben. Meierhans bestätigt gegenüber inside-it.ch: "Wir stehen zurzeit mit SAP, Microsoft und Adobe in Kontakt." Von einer gewissen Brisanz ist die Tatsache, dass Meierhans früher eine führende Stellung bei Microsoft Schweiz innehatte. Es gibt jedoch keinen Grund, an seiner Unabhängigkeit zu zweifeln.
Erfolg bei Apple und Microsoft
Im Sinne von Artikel 7 des Preisüberwachungsgesetzes kann jedermann eine Meldung machen, wenn er vermutet, die Erhöhung oder Beibehaltung eines Preises sei missbräuchlich. Wenn die gesetzlichen Voraussetzung erfüllt sind und ein Missbrauch vorliegt, sieht das Gesetz drei Verfahrensstufen vor: Zu Beginn ist der Sachverhalt abzuklären: Kann wirklich von einem Missbrauch im Sinne des Gesetzes gesprochen werden? Ist dies der Fall, muss der Preisüberwacher versuchen, informell eine Einigung zu erzielen. Sollten diese informellen Kontakte scheitern, könnte Meierhans eine Preissenkung verfügen - allerdings ist das bislang noch nie vorgekommen.
Einen gewissen Erfolg scheint Meierhans bereits erzielt zu haben: Microsoft hat erst kürzlich die Franken-Preise gesenkt, geschah dies auch aufgrund der Intervention von Meierhans. Schon seit Jahren gehen beim Preisüberwacher Beschwerden bezüglich der Preispolitik von Apple ein. Mal geht es um die Preise der Apps, mal um Musik auf iTunes oder um die teuren iDevices. Allerdings besteht offenbar nach wie vor Spielraum nach unten: Die informellen Kontakte mit Apple dauern nach wie vor an. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Infinigate expandiert nach Australien

Der Distributor übernimmt die Mehrheit an der Firma Wavelink. Damit will man in den Markt in Australien und Neuseeland einsteigen.

publiziert am 8.7.2024
image

Jedes dritte Schweizer Unternehmen will SAP weiterhin On-Prem

Die Umstellung der SAP-Systeme ist ein Grossprojekt für viele Unternehmen. Eine Studie beleuchtet den Stand und die Stimmungslage in der Schweiz.

publiziert am 8.7.2024
image

Onify-Mitarbeitende wechseln zu Noser Engineering

Die Winterthurer IT-Firma besteht weiterhin, wohl aber nur noch auf dem Papier.

publiziert am 8.7.2024 1
image

Der Kanton Zürich ist der "Kanton RZ"

Die Region Zürich ist laut einer aktuellen Statistik auch unter den Top-8-Rechenzentrumsmärkten in Europa.

publiziert am 5.7.2024