Ray Ozzie verlässt Microsoft

19. Oktober 2010, 09:15
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Microsofts Cheflotse in Sachen Services und Internet geht von Bord. Ballmer: Wir sind nun voll auf Kurs.

Microsofts Cheflotse in Sachen Services und Internet geht von Bord. Ballmer: Wir sind nun voll auf Kurs.
Ray Ozzie (Foto), bisher Chief Software Architect bei Microsoft, gibt diesen Posten ab und wird sich in den nächsten Monaten in Etappen aus dem Unternehmen zurückziehen. Dies gab Microsoft-CEO Steve Ballmer gestern in einem E-Mail an Angestellte bekannt. Ozzie scheint in Frieden von Microsoft zu scheiden. Über die Gründe für seinen Rücktritt, der anscheinend auch die sonst oft das Gras in der Microsoft-Chefetage wachsen hörenden US-Microsoftbeobachter überrascht hat, wird derzeit noch viel spekuliert.
Ballmer erklärt in seinem Mail unter anderem, dass Ozzie massgeblich dafür gewesen sei. Microsoft in eine neue Softwarewelt zu steuern, bei der sich alles um Services dreht. Mittlerweile gehe es in Sachen Services und Cloud in allen Geschäftsbereichen Microsofts "unter Volldampf vorwärts". Ozzies Job als Chief Software Architect wird laut Ballmer aber nicht neu besetzt. In nächster Zeit soll Ozzie für die reibungslose Übergabe seiner Aufgaben sorgen und sich danach noch einem letzten Projekt im Bereich Unterhaltung widmen, bevor er Microsoft ganz verlässt.
Ozzie war in den letzten Jahren nach dem Abtritt von Bill Gates neben Steve Ballmer wohl der prominenteste Kopf bei Microsoft. Er stiess 2005, nach der Übernahme seines damaligen Unternehmens Groove Networks zum Softwareriesen. Ozzie war aber schon vorher einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Industrie und unter anderem bei der Entwicklung von Lotus Notes beteiligt. Seit 2006 trug er bei Microsoft den Titel Chief Software Architect.
Die an Ozzies verliehene Machtfülle war vor fünf Jahren das äussere Zeichen dafür, dass Microsoft seinen inneren Widerstand dagegen, Software – und damit seine Geschäftsgrundlage – "ins Internet" zu bringen, langsam aufgab. Ozzies schwierige Hauptaufgabe war es danach, Microsofts Service- und Internet-Strategie auch tatsächlich auf Vordermann zu bringen. Dabei konnte er diverse Erfolge feiern: Zu Ozzies "Kindern" gehören beispielsweise Windows Live, die Cloud-Plattform Windows Azure oder die Office Web Apps. Am hartnäckigen Image von Microsoft in der Öffentlichkeit, grundsätzlich hinter den "Pionieren" im Internet – allen voran Google – hinterherzuhecheln, konnte aber auch Ozzie nur teilweise Korrekturen anbringen. (hjm)
(Foto: Microsoft)

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